Eigentlich müssten hier noch viel mehr Sachen auftauchen... unter anderem diese komische mit mehreren Kapiteln versehende "Be different"-Geschichte von mir, doch die wird irgendwann (...) mal überarbeitet, da sie eindeutig zu viele Fehler enthält. Gedichte hab ich auch mal geschrieben, aber wirklich toll waren die nicht. Diese Sachen hier können euch wenigstens (hoffe ich doch mal) ein bisschen erfreuen (auch wenn die meisten eh bekannt sind ^~). Der Schreibstil geht grad mal so ... P.S. Sollte mich jemand als Schreibtalent entdecken freue ich mich auf jede Kontaktaufnahme mit demjenigen (*muhaha* Größenwahn?).




Eine Fabel


In den alten Zeiten, als das Wünschen noch geholfen hat, lebte ein kleiner, kommunistischer Wasserfloh namens Wladimir in einem Tümpel nahe Schneiders Haus. An einem Sonntag im August hüpfte er wie immer zu den altbekannten Wasserflohdemonstrationen gegen den Kapitalismus im Tümpel. Es war eine herrliche Demonstration. Sie spielten Lieder, wie „Viva la Flohration“ und „Mein Flohtanz ist wichtiger als der Tümpel“. Bei zuletzt genanntem Lied traf er ein wunderschönes linksradikales Weibchen mit einem gelben Iro, indass er sich sofort verliebte. Sie pogten wie wild zur Musik und blieben danach völlig erschöpft an einer Straßenlaterne liegen, wo er sie nach ihrem Namen fragte. Ihr Name klang für ihn schöner als die süßesten Pflastersteine die gegen Bullenautos flogen, er war einfach vortrefflich, eine so wunderschöne Flohfrau mit dem unglaublich bezaubernden Namen Olga. Leider wurden die Beiden in dieser romantischen Situation vom Anti-Konflikt-Team aufgefordert, doch bitte nicht dort rumzukomaen und so krepelten sie ein paar Zentimeter nach links. Die Bullen gaben daraufhin auf die zwei Turteltäubchen weiter zu stören. Da die Beiden viel zu beschäftigt mit sich waren, bekamen sie auch nicht mit, dass ihr Freund und Helfer ihnen freundlicherweise zum Verlust ihres Alkoholes verhalf, denn auch die Polizei möchte sich gelegentliche einen schönen Abend mit viel Sternburger und Radler machen.
Zur gleichen Zeit, in einem nicht all zu weit entfernten Teil des Tümpels, rief Herr Bonze in seiner Lippenstiftfirma den Feierabend aus. Die armen Arbeiter und Arbeiterinnen, die selbst am Wochenende für diesen Kapitalisten schuften mussten, stürmten so schnell wie möglich aus der Fabrik. Herr Bonze lacht in sich hinein, während er bei sich dachte „Arme, dumme, nutzlose Tiere! Ich werde euch sehr vermissen, wenn ihr nicht mehr bei mir arbeitet, weil euch die Maschinen ersetzen! Über wen soll ich denn dann nur lachen?“. Herr Bonze schaltete das Licht in seiner Fabrik aus und schwamm in der Dunkelheit gegen einen Papierkorb, indem seine Flosse steckenblieb. Fluchend verließ er die Firma um vor ihr, den Papierkorb zu entfernen. Gesagt getan, der Papierkorb war entfernt, doch leider war ihm nicht aufgefallen, dass sich der Inhalt des Korbes auf dem ganzen Boden verteilt hatte und darunter auch eine Bananenschale war, auf der er ausrutschte. „Scheiß ausländische Arbeitskräfte! Das die nie das Essen können, was normale Fische zu sich nehmen“; grummelte er vor sich hin und stellte fest, dass sein Magen knurrte, wie ein räudiger Dorfköter.
Zurück zu Olga und Wladimir oder besser gesagt nur zu Wladimir, denn er war über die Erschöpfung der Demo eingeschlafen und nun war seine neue Flamme verschwunden. Das Einzige, was sie ihm hinterlassen hatte, war ein Zettel mit ihrer Telefonnummer. Ein bisschen gekränkt begab er sich auf den Weg nach Hause in seine kleine, schäbige Wohnbaracke, die sich unter der Unterwasserstadtbrücke befand.
Auch Herr Bonze hatte sich dazu entschlossen nach Hause zu gehen, denn seine Frau hatte sicher schon gut für ihn gekocht und wenn nicht, würde er sie mit einer Alge verprügeln, soviel war ihm klar, denn er hatte einen schrecklichen Hunger.
Plötzlich sah Herr Bonze einen wunderbaren Snack, nennen wir diesen Wladimir. Der kleine Wasserfloh war so in seine Liebesgedanken vertieft, dass er die lauernde Gefahr nicht war nahm, bis er ein gluckern von hinter sich hörte. „Oh nein!“, kreischte er auf, was den Karpfen nur zum Lachen brachte. „Hast du Angst? So ist’s richtig! Alle haben Angst vor mir! Alles, alle, alle ...!“, und er stieß ein langes, bösartiges ‚muhaha‘ aus. „Bitte, bitte fressen sie mich noch nicht!“, Wladimir konnte es nicht glauben, jetzt wo er das Weibchen seines Lebens gefunden hatte, solle ihm alles von einem hässlichen, bösartigen, angsteinflössenden Karpfen zunichte gemacht werden? Nein, nein, nein, dass durfte einfach nicht sein! Eine Träne lief ihm über’s Gesicht und er wünschte sich so arg, dass er sein Mädchen Olga nochmals sehen dürfte. Herr Bonzes Magen knurrte wieder. Er entschloss sich nun schnell zu Handeln, riss sein Maul auf und grade als Wladimir schon dachte alles sei zu spät, stöhnte der Karpfen auf und wurde in die Luft gehoben. Wladimir war verdutzt. Gab es Gott wirklich? Hatte er sich diesen grässlichen Karpfen in den Himmel geholt? Nein! Eine Hand fuhr im Wasser herum! Der kleine Wasserfloh fing vor lauter Schadenfreude an zu lachen.
Olga und Wladimir heirateten und bekamen ein Kind namens Igor. Die liebe, leider jahrelang unterdrückt wordene Frau von Herr Bonze führte die Lippenstiftfabrik weiter und tauschte keinen Arbeiter gegen eine Maschine ein. Die Firma wurde wahnsinnig berühmt und war bald ganz weit vorne im Weltmarkt, sodass sie sogar den tüchtigen Mitarbeitern das Geld erhöhen und die Arbeitsstundenanzahl regulieren konnte.
Und wenn die Familie Wasserfloh und Fr. Bonze nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.
Die Moral von der Geschicht:
Ende gut, alles gut
Oder (wie es Izaa mir vorgab: )
Wer zuletzt lacht, lacht am Besten! (<< Und das glaube ich ihnen nicht ^~)


Shivas Geburt

Ich werde es wohl nie verstehen, wieso ich heute schon wieder auf den Weg zu so einer komischen Gothikparty bin, zu der mich wie jedes Mal Nilzus und Celia hinschleppten. In diesem langen schwarzen Kleid sehe ich schrecklich beängstigend aus und meine Springerstiefel vermisse ich sehr, diese geliehen sind schlimm und ich merke jetzt schon wie sich an meinen zarten Fü0en Blasen bilden. Kurz: Es ist wieder einmal einer dieser schrecklichen Samstage, an denen ich nichts besseres zu tun habe als zu irgendwelchen schwarzen Veranstaltungen zu laufen, die für mich immer wieder aufs neue eine schreckliche Maskerade in Form eines Kostümballes darstellen, was ich natürlich nie Celia oder Nilzus erzählen würde, denn sterben will ich nun auch wieder nicht und bevor ich mich zu Hause vorm Fernseher langweile lasse ich mich doch gerne zu diversen abendlichen Unterhaltsmöglichkeiten verleiten.
Nun ja, ich habe also endlich diese Gruft gefunden in der das ganze ablaufen soll. Ich gehe also rein und versuche jemanden den ich kenne, natürlich ohne Erfolg, ausfindig zu machen, somit tue ich das, was ich die meisten Abende mache die ich auf solchen Gothiktreffen bin: Ich verziehe mich an die Bar und versuche mich mit Drinks, wie „Süßes Blut“ , „Zombie“ oder „Stirb!“ zu betrinken. Nach einer Weile tritt auch Celia an die Bar, aber nicht um sich vor langer Weile zu besaufen, sondern um mit ihr Leid vorzutragen, wie schlecht es doch diesen Abend, wieder bei den Männer gelaufen ist. Vielleicht sollte sie es einfach mit Frauen versuchen? Um ihr Gejammer nicht hören zu müssen kippe ich also schon wieder den nächsten Drink, als sich plötzlich auf meiner anderen Seite ein gutaussehender Herr platziert. Elegant und stilvoll, dass wären wohl die zwei Worte gewesen, die sein erscheinen am besten beschrieben. „Ich übernehme den Drink der Dame“, anscheinend war er nicht nur dies, sondern auch noch charmant. Was für ein Mann. Ich lasse mich für meinen Teil kaum von Männern beeindrucken, doch er schaffte es nur durch sein auftreten. Ich musste unbedingt ein Gespräch anfangen mit ihm, sonst würde ich mich jahrelang über diese verpatzte Chance ärgern.
„Wie ist dein Name?“
„Namen sind etwas oberflächliches.“
Diese Antwort verwirrte mich: „Ich verstehe, du magst ihn mit nicht nennen.“
„So könnte man es durchaus ausdrücken.“
Wollte er sich nur auf diese geheimnisvolle Tour interessant machen? Egal was es war, auf jeden Fall klappte es.
„Sage mir Unbekannter, wo kommst du her?“
„Daher wo du nicht überleben könntest, aus einem dunklem, heißem Loch. Dort wo niemand überleben könnte, außer ich.“
„Du meinst die Hölle? Ich muss dich enttäuschen, an diese glaube ich nicht wie all die anderen hier.“
Er lächelte: „Dies weiß ich und dies ist auch der Grund, wieso ich dich auserwählt habe.“
Ich wollte nicht wirklich genauer wissen wofür ich denn auserwählt war und schon wieder einen Drink bestellen, doch irgendetwas veranlasste mich es nicht zu tun.
„Gestattest du mir einen Tanz“, fragte er.
„Sicherlich...“, sagte ich ohne das eigentlich zu wollen, wenn ich nur an diese brutalen Schuhe dachte, die meine Füße sicherlich schon zerstört hatten.
Wir tanzten und tanzten. Es war so schön, dass ich meine Schmerzen an den Füßen vergaß und mich noch nicht einmal wunderte, dass ich plötzlich tanzen konnte. Ich hätte noch stundenlang so weitertanzen können, wenn um mich herum nicht plötzlich alles schwarz geworden wäre.
Als ich wieder zu mir kam, lag ich auf einen Bett in einem mittelalterlich wirkenden Raum. Mir schossen in diesem Moment einige Fragen durch den Kopf: „Wie bist du hier hergekommen?“ oder „Wo bist du?“
Ich bekam langsam Herzrasen, schließlich war ich alleine und wußte nicht wo ich bin, was für eine herrliche Voraussetzung. In meiner Panik hätte ich fast begonnen zu schreien, wenn nicht der geheimnisvolle, verboten gute Tänzer vor mir aufgetaucht wäre.
„Wo bin ich!?“
„Du bist im Nebenraum der Gruft, nachdem du mir in den Armen lagst hielt ich es für richtig dich hierher zu bringen.“
Kurz entschlossen sprang ich vom Bett auf und eilte zur Tür um mich nach Hause aufzumachen, doch er war schneller und stellte sich vor sie.
„Willst du schon gehen? Die Nacht ist noch jung...“
Er nahm mich in seine starken Arme und küsste mich mit einer unglaublichen Leidenschaft, die in mir das Blut zum kochen brachte. Es war als wäre ich ihm verfallen. Einfach ein willenloses Stück Fleisch. Er trug mich aufs Bett , wir befreiten uns von den lästigen Kleidern und gaben uns in vollen Zügen dem Liebesakt hin. Doch von einem Moment in den anderen erlosch das Feuer der Leidenschaft und verwandelte sich in etwas eiskaltes, etwas schrecklich Böses, was begann mir Angst zu machen. Ich stieß ihn weg und begann zu weinen.
Die Tränen brannten unsagbar auf meinem Gesicht und versetzten mir Schmerzen, wie es noch nicht einmal die Schuhe fertig gebracht hatten.
„Nun helfen dir deine Tränen auch nichts mehr!“, lachte er schallend , „Du warst die Auserwählte und du nahmest den Drink von mir an, du tanztest mit mir bis er seine Wirkung zeigte und du gabest dich deiner Lust hin. Bereuen brauchst du es nun auch nicht mehr!“
„Verdammt“, schrie ich ihn an, „Was soll dieses Gerede von der Auserwählten? Wieso ich und wofür bin ich da?“
„Du bist dafür da, die Brut des Bösen auszutragen. Etwas noch furchteinflößenderes als ich.“
„Als du? Was bist du denn? Satan?!“
„Du bist gut, diese schnelle Schlussfolgerung hätte ich dir gar nicht zugetraut!“, er schnippte einmal mit den Fingern und der Boden tat sich auf. Er sprang hinein ohne ein Wort des Abschiedes. Ich zog mich so schnell ich könnte an und versuchte endlich aus diesem Raum herauszukommen, doch die Tür war wie ich feststellte keine Tür, sondern nur eine lächerliche Attrappe. Ich war schon wieder kurz davor den Tränen ihren Lauf zu lassen, doch schon die erste Träne brachte das Brennen zurück, also biss ich die Zähne zusammen und war tapfer.
Ich machte das, was ich immer in solchen Situationen tat, wenn ich am verzweifeln war: Ich legte mich hin und versuchte zu schlafen, was auch sofort hervorragend funktionierte.
Als ich wieder aufwachte war mein Bauch dicker geworden. Zuerst dachte ich, dass ich es mir nur einbildete, aber es war eine Tatsache. Neben dem Bett stand Essen, was ich sofort hinunterschlang. Da ich nichts mit mir anzufangen wußte, legte ich mich wieder aufs Bett, machte die Augen zu und träumte von einer normalen Welt ohne Satan, Ausgeburten der Hölle oder sonstigen Kram, an den ich eh nie geglaubt hatte.
Die Augen öffnete ich erst wieder als ich einen schrecklichen Schmerz in der Bauchgegend verspürte. Ich wußte nicht, was mich mehr schockte, dieser Schmerz der mich geweckt hatte und weiter anhielt oder dieser riesige, runde Bauch, der eher wie ein Fremdkörper aussah, als zu mir gehörend. Nach einer Weile wurde mir klar, dass wohl nun die Geburt dieses Kindes, oder was auch immer ich in mir trug, anstand. Die Schmerzen waren unerträglich und ich war mir sicher sterben zu müssen...
Nach mehreren Stunden war es endlich vorbei. Ich war erschöpft und Satan tauchte auf um sein Kind in Empfang zu nehmen.
Er beugte sich über mich: „Soviel Kraft hätte ich dir gar nicht zugetraut“. Ich mir auch nicht, dachte ich insgeheim, doch ich fragte nur mit schwacher Stimme: „Und jetzt? Lässt du mich gehen?“
„Wenn du den Tod als gehen bezeichnest, dann ja!“, er fischte aus seinem langen Umhang ein Messer heraus und hielt es mir unter die Kehle. In meiner Todesangst nahm ich allen Mut zusammen und trat ihn mit aller Wucht zwischen die Beine. Er jaulte auf und ich schnappte mir das Kind. Das Loch im Boden tauchte plötzlich wieder auf. Das Kind schien mir Kräfte zu verleihen, denn ich schaffte es tatsächlich Satan bis zu dem Loch zu schieben, dass ihn dann aufsog und er verschwand. Plötzlich saß ich wieder an der Bar. Ich dachte schon fast ich hätte zu viel getrunken und deswegen begonnen zu phantasieren, doch in meinem Armen war immer noch das Kind. Schon wieder begann sich in mir Angst zu sammeln, was wäre wenn er sein Kind um jeden Preis zurückhaben wollte? Ich rannte mit dem Kind im Arm aus der Gruft hinaus und lief Richtung Kirche um dort das Kind mit Weihwasser zu beträufeln.
Dies tat ich dann auch und sprach dazu noch einen Psalm. Plötzlich begann das Weihwasser zu brennen und in ihm erschien das Gesicht von Satan, der sprach:
„Shiva mein Kind! Auch wenn du getauft wurdest, du wirst immer die Ausgeburt der Hölle sein und kein bisschen Macht hast du eingebüßt. Du bist gefährlich wie eh und je, auch wenn du dieses erst in deinem 20. Lebensjahr mitbekommen wirst.“ Das Kind verschwand.
„Wo ist es hin?“, schrie ich.
„Es kommt zu Pflegeeltern und du solltest vergessen, was heute passiert ist. In seinem 20. Lebensjahr wird es zu mir zurückkehren.“
Die nächsten Jahre versuchte ich sie unaufhörlich zu suchen, doch es war mir nie möglich sie zu finden. Die Jahre strichen ins Land und ich vergaß diese grauenvolle Nacht, bis ich ,19 Jahre nach diesem Vorfall, ein Mädchen im Chat kennenlernte. Dieses Mädchen war Shiva und ich wußte augenblicklich, dass sie es war. Die Tochter Satans.


Zwei Biographien zu Hogwartsschülern

Ich wurde am 24.6.986 in der Nähe von London, um es genau zu sagen, in Basildon, geboren. Meine Eltern, so kreativ wie sie waren, verpassten mir den Namen Junia, da ich im Juni geboren wurde und sie eine schöne Ableitung haben wollten. Manchmal frage ich mich wieso sie meine zwei Brüder dann nicht Dezembero und Januro nannten, aber das tut jetzt nichts zur Sache. Wie ich also schon erwähnte habe ich noch zwei ältere Brüder, einer 2, der andere 3 Jahre älter als ich. Leider sind nicht nur meine Geschwister meine Familie, dann wäre das Leben noch halbwegs erträglich, nein, auch Eltern habe ich. Meine Mutter, eine griechische Hexe, die wahrhaft nervtötend sein kann, wenn es um die Sorge ihrer „kleinen“ Tochter geht und mein Vater ein englischer Hexer, der so ein Interesse an Musik hat, dass ich schon einen Hass auf jedes Instrument habe, was es gibt.

Nun ja, ich wuchs also die ersten 5Jahre meines „wundervollen“ Lebens in meiner Geburtsstadt auf. Ich war nicht wirklich glücklich darüber, denn die Kinder auf der Straße hatten Angst vor mir, weil ich einmal anfing am Straßenrand mit einer Schlange zu sprechen, doch eigentlich waren mir diese Muggels schon immer egal, ich war schließlich eine Hexe. Eine Woche nach meinem fünften Geburtstag, kamen meine Eltern auf die erste sinnvolle Idee, die ich je von ihnen zu hören bekam in meinem kurzen Leben, sie wollten umziehen und zwar nach London! Meine Brüder waren ebenfalls genauso begeistert wie ich und tatsächlich, 3Wochen später landeten wir in London. In London fand ich auch Freunde, denn dort waren die Menschen absolut anders als in Basildon, wenn man da etwas anders oder angst einflössend war, wurde man dafür bewundert und ich wurde doch glatt richtig beliebt! Drei Jahre nachdem wir nach London zogen, schickten meine Eltern meinen ältesten Bruder Alexis auf die Zauberschule Hogwarts, die trotz ihren kurzen Bestand, damals schon einen außerordentlich guten Ruf hatte. Nun sah ich ihn also nur noch in den Ferien. Ein Jahr später folgte mein anderer Bruder Georigius, dem Ruf von Hogwarts und ich war nun ganz alleine mit meinen ach so tollen Eltern. Die zwei Jahre bis ich nach Hogwarts kam, war einfach der reinste Horror und die Zeit verging alles andere als im Fluge. Ich durfte nicht mehr abends raus und saß tagelang in meinem Zimmer und wälzte Bücher, die mir meine Brüder immer aus der legendären Winkelgasse mitbrachten.

Doch dann war es endlich soweit: Ich folgte meinen Brüder und kam zu ihnen nach Hogwarts. Mehr als überglücklich traf ich dort ein. Von meinen Brüdern aus wusste ich, dass es dort 4Häuser gab: Slytherin, Gryffindor, Hufflepuff und Ravenclaw. Meine beiden Brüder waren nach Slytherin gekommen und ich hoffte ebenfalls auf das Haus, da die zwei immer gut von dem Haus sprachen. Und tatsächlich, zum ersten Mal in meinem Leben, nachdem wir nach London zogen, hatte ich wieder Glück!

Nach und nach bekam ich auch raus, wieso ich einmal mit einer Schlange sprechen konnte, denn ich konnte und kann Parsel und somit mit Schlangen sprechen. Salazar Slytherin, der Gründer des Hauses Slytherin hatte diese sagenhafte Eigenschaft auch und das macht mich sehr stolz.

Alexis hat neulich Hogwarts verlassen, denn er hat die 7.Klasse hinter sich gebracht ich bin jetzt gerade erst in der 5., doch ich bin mir sicher, dass ich das auch kann, denn nach Hogwarts möchte ich eine Bildungsreise in die Karpaten machen.


Junia Kosal


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Meinen Eltern, zwei Menschen die wirklich hart arbeiten und tagtäglich damit beschäftigt sind, mit ihrer Arbeit in der Winkelgasse unsere 4köpfige Familie über Wasser zu halten, gaben mir wohl einen der schlimmsten Namen auf der Welt. Ich frage mich bis zum heutigen Tage, wieso sie mich nicht Alexander nannten, wieso mussten sie nur die englische Koseform nehmen? Alick, wie das klingt…

Doch egal, ich wollte eine Biographie über mich schreiben und da fange ich wohl am besten mit meinem Geburtstag an. Ich wurde im Winter 985 geboren, um genauer zu sein am 22.Januar, auf einem Londoner Fuhrwagen geboren. Meine Eltern waren gerade mit ihrem Umzug von einem Randdorf Londons, in das Stadtinnere beschäftigt, so dass ich ihnen da irgendwie ins Handwerk mit meiner Frühgeburt fuschte.

In London, begann für meine Eltern, dann erst mal die Arbeitssuche, die sich einige Jahre lang hinzog. Meine Mutter wurde wieder schwanger und mein Vater fing in einem Zauberstabgeschäft in der Winkelgasse an.

Drei Tage nach meinem zweiten Geburtstag, kam dann mein erstes Geschwisterkind auf die Welt, welches prompt einen besseren Namen, und zwar Steve, als ich bekam (wahrscheinlich hatten meine Eltern, aus ihrem erste Fehler mit Alick gelernt, dass vermute ich zumindest).

Ein paar Jahre später, kamen meine Eltern auf die lustige Idee mich mit anderen Kindern zusammen bei einer Amme unter zu bringen. Lustig, weil ich dort so einige Sachen unfreiwillig zum schweben brachte und eine Massenpanik veranstaltete, so dass ich ein halbes Jahr später, wieder zu Hause bei meiner Mutter saß.

Als ich 6Jahre alt wurde, starb der Ladenbesitzer, von dem Zauberstabgeschäft in dem mein Vater arbeitete. Mein Vater konnte so den recht erfolgreichen Laden übernehmen und meine Mutter fand dort auch noch genügend Arbeit. Nun sollte ich zur Klosterschule gehen, denn an meinen Eltern konnte ich im Laden nicht kleben, so wie mein Bruder, denn sie gar nicht erst, vor lauter Angst vor einer weiteren Massenpanik, zu einer Amme steckten. Bevor ich in die Schule ging musste ich ihnen noch das versprechen geben, dass ich nicht zu intensiv an einen Wunsch von mir denken würde. Ich war auch wirklich brav, doch in der dritten Klasse, als es los ging mit Zensuren, wünschte ich mir einfach mal aus einem „non“ ein „bene“. Meine Eltern waren extrem stolz über meine Zeugnisse, da niemals etwas Schlechteres als „bene“ und „rite" zu finden war.

Mit 11Jahren, aber kamen sie auf die Idee mich an eine Zauberschule namens Hogwarts zu schicken. Ich informierte mich gründlich über die Schule, die gerade mal seit 990 bestand und fand heraus, dass es dort 4Häuser gab. Gegen Slytherin, eines der Häuser in denen die listigen Schüler hereinkamen, gewann ich schnell einen richtigen Hass. Die anderen Häuser Ravenclaw, Hufflepuff und Gryffindor waren mir da wesentlich sympathischer. Also fuhr ich in größter Hoffnung nicht nach Slytherin zukommen nach Hogwarts.

Doch ob mich nun der sprechende Hut ärgern wollte oder ob ich wirklich in kein anderes Haus passte – ich kam nach Slytherin. Das erste Jahr dort entwickelte sich zu dem schlimmsten Jahr, was ich je hatte. Ich fand keine Freunde und meine Schulnoten, waren katastrophal, ich bekam schreckliches Heimweh und wollte sogar von Hogwarts weglaufen, was mir natürlich nicht gelang und wofür ich 15Punkte Abzug für mein Haus bekam, sowie viele Schläge meiner Mitschüler.

Mit mehr Glück als Verstand schaffte ich dann doch das erste Jahr in Hogwarts und erfreute mich daran mich ab dann Zweitklässler nennen zu dürfen. In diesem Jahr kam auch ein Mädchen an die Schule, die sich mit der Zeit zu meiner besten und einzigen Freundin entwickelte. Sie hieß und heißt Junia und war sofort beliebt, weil ihre zwei Brüder mit die Besten Slytherins waren die es je gab, in der kurzen Zeit, die Hogwarts bestand. Wieso gerade wir uns anfreundeten, bleibt mir wohl immer ein Rätsel, da wir wirklich mehr als unterschiedlich sind, doch sie macht mir die Hogwartszeit wirklich noch erträglich.

Ich bin zum Glück eh bald aus dieser Schule raus, obwohl ich sie wirklich nicht so schlimm finde, doch in dem Haus werde ich einfach nicht glücklich. Mein Bruder Steve, der auch in Slytherin ist, fühlt sich hier aber, hingegen mir, mehr als wohl.

Das Geschäft meiner Eltern läuft derzeit richtig gut und wir hoffen ein bisschen, dass uns doch ein wenig Reichtum gegönnt wird. Bei der ganzen Arbeit die meine Eltern hatten, hätten sie es auch absolut verdient…

Alick o’Brian


Die Gründung Hogwarts



Godric Gryffindor und Salazar Slytherin waren schon sehr lange gute Freunde und eines Abends, bei ihrer allwöchentlichen Kneipentour, kam ihnen in einer angeheiterten Stunde, eine tolle Idee: Sie wollten eine Schule Gründen, an der junge Zauberer ausgebildet werden sollte.

Am nächsten morgen, nachdem sie auf dem Tisch aufwachten, auf dem sie nachdem letzten Bierkrug eingeschlafen waren, kam ihnen der Wirt entgegen und fragte, wie es denn mit ihrer Zauberschule aussah. Godric hatte am vorherigen Abend, dass mehr oder minder alles als Spaß verstanden, doch Salazar war immer noch Feuer und Flamme. Er (flehte) Godric an es doch wenigstens mal versuchen zu können, doch Godric stellte sich absolut quer.

Die Wochen verstrichen ins Land und Salazar konnte diese Idee einfach nicht vergessen. So schickte er Rowena Ravenclaw, die Jugendliebe von Godric, eine Eule, und erzählte ihr von der Idee, die ihm und Godric gekommen war. Rowena war sofort dafür und wartete nur auf den Vorschlag, wie man auch Godric dazu bewegen könnte diese Schule zu gründen. Salazar war natürlich nicht dumm und hatte sich schon einen guten Plan ausgedacht: Er hatte Godric gesagt er möchte sich an einem gewissen Ort einfinden (in der Nähe des heutigen Hogsmeade) und dort schickte er auch Rowena hin. Salazar überlegte, ob er nicht doch zur Sicherheit noch jemanden fragen sollte, falls Rowena keine Chance hatte mit ihren Argumenten Godric umzustimmen und schickte so noch, an Helga Hufflepuff eine Eule im Namen von ihm und Godric. Sie sagte sofort zu.

Das Gespräch zwischen Rowena und Godric verlief sehr schleppend, da es für Godric sehr peinlich war, dass seine Jugendliebe ihn auf eine Idee ansprach, die er in einer Kneipe hatte. Sie fragte genau nach, was er sich so alles vorstelle. Er antwortete darauf und plötzlich kam eine Eule von Salazar, dass Helga Hufflepuff zugesagt hatte, ihnen bei der Zauberschulengründung zu helfen. Da fragte Godric plötzlich voller Übermut Rowena:

"Sag mal, du bist ja anscheinend sehr an dieser Schule interessiert... Hättest du vielleicht Lust mit uns drein, Helga Hufflepuff, Salazar Slytherin und mir diese Schule zu gründen?".
Rowena hatte eigentlich nur auf dieser Frage gewartet und sagte sofort zu.

Rowena engagierte sich sehr für die Schule und hatte schon angefangen, ein Schloss zu suchen, was für die Zauberschule geeignet wäre. Sie hatte dann tatsächlich eine riesige Ruine gefunden. Zumindest war dieses Schloss für die Muggel eine Ruine... In ihm waren riesige Säle, vier Türme, viele Treppen und Geheimgänge... Kurz: Es war einfach das richtige Schloss für eine Schule. Rowena eilte also gleich zu Godric und erzählte ihm von diesem Prachtexemplar. Die zwei besichtigten also das Schloss und wie der Zufall es so wollte, entdeckte Salazar genau zu der Zeit, in der die zwei in dem Schloss waren, es auch.

Das war vielleicht ein Gebrülle als plötzlich Salazar vor Rowena und Godric standen. Salazar, aber blieb ganz ruhig:
"Entschuldigt mich bitte, dass ich so durch dieses Schloss schleiche, doch ihr wisst ja "schlafende Drachen soll man nicht wecken" und was hätte hier nicht doch alles an Monstern rumliegen können. Ich finde, das ist genau das richtige Schloss für eine Zauberschule. Was meint ihr?"
Rowena, die sich am schnellsten wieder fing antworte dann relativ gelassen: "Ja ich sehe dies genauso. Ich hoffe, dass auch Helga dieser Meinung ist!" PUFF! Aus dem Dunkel kam plötzlich eine kleine, dickliche Gestalt in gelben Klamotten - Helga, die mit ihrem Auftreten ihren Namen wieder alle Ehre macht.

"Hups ...ihr", schnaufte sie, "Ich hoffe mal, ich habe jetzt nicht Salazars schlafende Drachen geweckt von dem er vorhin sprach!" sagte sie mit einem Lächeln auf ihrem runden Gesicht.
"Also ich stimme euch dreien zu, dies ist einfach das genialste Schloss für die Zauberschule!"
Nun hatten sie also ein Gebäude für die Schule gefunden, doch wie sollte sie eigentlich heißen? Das war wirklich eine schwere Frage und die vier setzten sich abends in der Stammkneipe von Godric und Salazar zusammen, da sie da ja eh immer die besten Ideen hatten. Die vier wollten auf jeden Fall, dass ihre Anfangsbuchstaben in dem Wort vorkamen also ein H für Helga, ein G für Godric, ein R für Rowena und ein S für Salazar. Als Godric mal wieder etwas über seinen Durst getrunken hatte, sah er den Zettel, auf dem die vier Buchstaben HGRS standen und versuchte diese unter Lachen vorzulesen. Aus seinem Lachen und Lallen entstand das Wort Hogwarts. Die andern drei fanden diesen Vorschlag natürlich total toll, aber dies vielleicht auch nur, weil sie auch schon etwas viel von dem guten Bier getrunken hatten.

Nun wollten also die vier das Schloss Hogwarts nach ihren Vorstellungen umrüsten. Dies ging recht gut, denn es gab wie erwähnt vier Türme, von denen jeder einen zur Verfügung bekam. Helga richtete natürlich alles in einem strahlenden gelb ein, Rowenas Turm wurde blau, Salazars grün, da er ja Schlangen liebte und so viele Schlangen grün waren und Godrics Turm wurde rot, da er wieder frisch in Rowena verliebt war.

Nach einem Monat waren alle Türme fertig eingerichtet. Da fragte Salazar, ob man nicht ein Maskottchen oder ein Tierbild in seinen Turm hängen könnte. Helga, die am liebsten im Wald spazieren ging war natürlich sofort auf seiner Seite und so setzten sich die zwei durch. Jeder suchte sich ein Maskottchen fürs Haus: Salazar nahm logischerweise eine Schlange, Helga suchte sich den Falken aus, Rowena den Adler und Godric den Löwen, doch als sie dies zusammentrugen und aufs Wappen für das Schloss machen wollten, sah es etwas daneben aus 2 Vögel auf ihm zu haben. So entschied sich Helga also für ihr zweites Waldlieblingstier, und zwar für den Dachs. Nun sah das Wappen richtig schön aus, doch irgendwas fehlte noch an ihm. Rowena dachte mal wieder nach und hatte plötzlich einen fabelhaften Einfall: Sie zauberte über das Wappen den Namen Hogwarts und in die Mitte von ihm ein dickes H. Salazar guckte es sich an und meinte dann:
"Es fehlt immer noch etwas. Irgendwas, was unter das Wappen kommt!"

Helga schnaufte auf und sprach einen Zauberspruch und unter dem Wappen erschien der Spruch "Draco Dormiens Nunquam Titillandus". Godric guckte nur dumm, denn er hatte niemals Latein gelernt und fragte Rowena, die wie die zwei andern in Lachen ausgebrochen war, was dieses denn hieße.
Sie meinte daraufhin: "Weißt du noch, als wir das erste Mal hier in Hogwarts drin waren? Da kam uns doch Salazar entgegen und nachdem wir uns so erschrocken hatten, meinte er doch seelenruhig, dass er nur vorsichtig ist und "keine schlafenden Drachen wecken will" und genau das heißt es!" Nun musste auch Godric lachen und fand Helgas Idee einfach nur genial.

Nun fehlte nicht mehr viel für die Schule. Sie wussten nur nicht, wie sie es machen sollten, die Schüler in die verschiedenen Türme einzuteilen. Wer kam jetzt zu Salazar, wer zu Rowena oder Helga und wer zu Godric? Sie hatten die Türme einfach nach ihren Nachnamen benannt, denn für noch eine Kneipentour mit Wortbasteln hatten sie absolut keine Zeit. Alle waren im Stress, nur mal wieder Helga nicht, die eh immer eine schreckliche Ruhe hatte. Sie hatte man schon seit Wochen nicht gesehen, sie hatte sich auf ihren Turm verzogen und erstellte einen Hut. Als sie drei Wochen später wieder in der größten von allen Hallen erschien, welche die vier einfach "die große Halle" getauft hatten, hatte sie also diesen Hut dabei. Die drei schauten etwas verdutzt, doch noch viel mehr verdutzt guckten sie, als der Hut ein Lied anfing zu singen. Helga erklärte den dreien also, dass dieser Hut die Schüler nach ihren Eigenschaften und Charakteren in einen Turm einteilen sollte. Das würde alles viel leichter machen und man könnte sich in aller Ruhe auf den Unterricht vorbereiten.

Nun stellten sich nur noch wenige Fragen an die vier. Eine davon war, wie lange denn die Schüler die Schule besuchen sollten und ab welchen Lebensjahr. Diese Frage war natürlich genau auf Rowena zugeschnitten, die natürlich sofort anfing Studien über das Lernverhalten der Schüler aufzustellen. Als Ergebnis bekam sie heraus, dass die Schüler ab dem 11.Lebensjahr ideale Lernbedingungen hätten, aber nicht länger als bis sie 18 sind an der Schule sein sollten. So entschied sie, dass die 1.Klasse mit elf Jahren begonnen werden konnte und es insgesamt sieben Klassen gab.

Danach kamen sie zu einer Überlegung, wie sie es machen sollten mit Zensuren, denn jeder Schüler solle doch für eine gut erbrachte Leistung eine gute Zensur bekommen und Faule sollten es nicht so einfach haben. Sie entschieden sich dafür, dass jeder Schüler für seinen Turm Punkte sammeln konnte und es zum Schluss des Schuljahres einen "Turmpokal" gibt, damit man wenigstens einen Ansporn hatte, etwas zu tun. Auch die neusten Sportarten sollten in der Schule angeboten werden und in den Turmpokal einfließen, denn es sollte den Schülern ja auch an der Schule gefallen und Sport angeboten werden.

Godric war aber eher um die Sicherheit der Zauberschule besorgt. Er meinte, es könne doch irgendwann mal jemand auf die Idee kommen, die alte Schlossruine näher zu betrachten. Salazar war seiner Meinung, denn er hatte besonders Angst davor, dass vielleicht ein Muggel in "sein Reich" eindringen könne und das wollte er um jeden Preis verhindern. So suchte er einen Zauberspruch heraus, den er mithilfe von Godric anwendete und so legten sie einen Bann über die Schule, dass wirklich selbst, wenn jemand die Schule betrat, er auch von innen nur diese Ruine sehen konnte.

Es war also der Tag der Eröffnung von Hogwarts und Godric sollte eine Begrüßungsrede halten. Er war sehr, sehr nervös und versprach sich dauernd, doch sein größter Fehler war wohl, dass er statt "den Türmen" Slytherin, Gryffindor, Hufflepuff und Ravenclaw "die Häuser" sagte und den "Turmpokal" zum "Hauspokal" machte. Helga und Salazar waren erst sehr sauer auf ihn, doch Rowena hatte mal wieder die besseren Argumente für ihn (was für ein Glück für ihn, dass sie ihn liebte, sonst hätte er sehr dumm dagestanden).

So vergingen die Jahre und der Unterricht machte den meisten Schülern Spaß. Bis es zu dem Streit zwischen Salazar und Godric kam, ob nun auch Muggel nach Hogwarts dürften oder nicht. Helga war automatisch auf der Seite von Godric, denn sie hatte nur gute Erfahrungen mit Menschen gemacht und als sich dann auch noch Rowena auf seine Seite stellte, da die zwei ein Paar waren, flippte Salazar fast aus. Er verließ Hogwarts und hinterließ die Kammer des Schreckens, die er mehr oder weniger vor lauter Wut erbaut hatte...

Die anderen drei überlegten gut, ob sie nun das Haus Slytherin abschaffen sollten, denn Salazar sei ja sowieso nicht mehr als Lehrer an der Schule, doch Helga fand dies ungerecht und auch Rowena stellte sie diesmal gegen ihren Freund, denn sie sah wie viel doch Salazar eigentlich für die Schule gemacht hatte und fand, man könne ihm das, was er geleistet hatte, nicht kaputt machen, indem man ihm einfach dieses Haus abschafft. Außerdem wusste sie auch nicht, was sie den Schülern sagen solle, dass sie jetzt in eins der anderen Häuser müssten, obwohl sie doch viel lieber in Slytherin geblieben wären. Rowena und Godric trennten sich nach diesem Streit, aber sie blieben Freunde und auch das Haus Slytherin blieb bestehen.


Das etwas andere Weihnachten


24.Dezember - 10:53Uhr – Berlin – Ju der ihre Wohnung



RIIIIIIIIING – ein Ton, nein schlimmer – ein Klingeln. Eine Hand kämpft sich aus dem Bett Richtung Nachttisch. Aus zwei weiteren Seite kommt ein mürrisches knurren. Der Körper zu der Hand meldet sich mit einem verschlafenen: "Ja?" "Hallo Ju! Na wie war die Party gestern?", fragt eine viel zu wache Stimme für diese Uhrzeit. "Wer? Name!" "Shirley!" "Guten Morgen Shirley, was ist los?" "Ich hab 'nen Problem...Ich hab noch keine Geschenke, gehen wir zusammen einkaufen?" "Ja, komm einfach ca. 13Uhr zu den Allee Arcaden...Izaa und ich ham auch noch nichts." "Gut bis dann!"



Eine Stimme vom Boden offenbart sich: "Wer war das?" "Nur Shirley...Wir sollten langsam aufstehen".



Ju richtet sich auf und lässt die eine Jalousie hoch, rennt galant wie immer gegen den Meerschweinchenkäfig und bewegt sich dann, während sie der Stimme vom Boden, nennen wir sie Nils, noch einen Tritt versetzt Richtung Küche.



Aus der Tür herausgeschlendert, wird sie mit den Worten: "Oh mein Gott, es atmet, es lebt – und es kriecht ..:!" von Kitty begrüßt. Das kriechende Es wandert zum Kühlschrank, dreht nach einen Blick in das leere Etwas wieder um und schlendert in die Zimmerrichtung zurück. Die murrenden Stimme haben sich währenddessen in todmüde Menschen verwandelt und die eine, mit Namen Xel, fragt, wo eigentlich Lea sei. Eine weitere Gestalt richtet sich auf: "Ja, wo ist denn Lachlea?" Ein Blick im Zimmer zeigt nur, dass das Kölsch was sie mitbrachte noch anwesend war. Da irgendwie allen Anwesenden ein Teil ihrer Erinnerung fehlt, berappelt sich Nils sich ans Telefon zu schwingen. Nach wenigen Minuten ist dann allen Vieren klar, dass Lea bei einem Typ ist, den sie gestern abgeschleppt hat. Ju geht erstmal ins Bad, denn sie muss sich beeilen, schließlich kommen gleich Lulu, Rowena und Bianca zum Plätzchen backen und irgendwer muss wenigstens annähernd aus seinem Schlafanzug herausgekommen sein.



Sie hat es geschafft und steht als Erste und auch Einzige fertig auf der Matte, als es an der Tür klingelt. Mariuz hat es noch nicht geschafft das Bett zu verlassen, Nils springt mit nacktem Oberkörper durch die Wohnung, denn Xel klaute ihm den Vortritt im Bad und wenn Xel erstmal im Bad ist...



Bianca schaute auf die Zutaten und versuchte wie ein aufgescheuchtes Hühnchen Lulu davon zu überreden, dass man aus denen doch sooo tolle Schokoeierkuchen machen konnte. Lulu und Rowena versicherten ihr, dass sie intensiv darüber nachdenken würden und lehnten danach die Idee spontan ab. Xel wackelte dann mit ihrem Handtuch in die Küche um sich etwas Nahrung zu ergaunern, doch irgendwie lies sie sich nur für zwei trockene Toastbrotscheiben begeistern, obwohl doch der Teig so verlockend schokoladig aussah.



24.Dezember – 12Uhr – Berlin – Ju der ihre Wohnung



Nun schaffte es auch Mariuz sich aus dem Bett zu bewegen. Lulu, Bianca und Rowena waren sehr fleißig gewesen und das erste Blech Weihnachtsplätzchen, befand sich schon in dem Ofen. Rowena putze noch voller Elan die Küche, während die andern sich schon über ein typisches Berliner Weihnachtsessen, und zwar Kartoffelsalat mit Würstchen (was aufgrund der Küchenblockade, sowieso das Einzige war, was man kalt essen konnte) hermachten.



"Also ich hätte ja jetzt Appetit auf Schokoeierkuchen", klar das dieser Spruch von Bianca kommen musste, doch ein strafender Blick von dem ausgeschlafenem Mariuz brachte sie zum Schweigen. "Rowena? Willst du nicht mal essen kommen?", fragte Lulu als sie einen Blick auf den Würstchenteller warf, auf dem sich nur noch drei befanden. "Ach was! Lass dir Zeit!", dass kam natürlich mal wieder von der verfressensten aller Personen und schwupp griff Ju auch schon noch einem der letzten Würstchen. Auch Bianca und Nils stierten schon wie gebannt auf den Teller, doch da kam auch schon Rowena. Nun war’s definitiv zu spät zum Zuschnappen.



"KROOOOOOISCH!", ein Aufschrei von Ju und ein trockenes: "Bitte?" von Mariuz folgte. "Izaa wir müssen los! Nils, Mariuz?! Holt ihr bitte nachher mit Markus zusammen den Weihnachtsbaum key? Und passt mir bloß auf, dass die Plätzchen nicht verbrennen....AAAH... Panik, Panik, Streß", alle weiteren Geräusche und Wörter die Ju danach von sich gab, waren uneffektiv und erreichten sowieso niemanden mehr.



Izaa und Ju stürmten noch halbkauend aus der Tür um die Bahn um 13:01Uhr zu bekommen.



24.Dezember – 13:01Uhr – Haltestelle Schönhauser/Bornholmer



Da stehen nun die Zwei, Izaa und Ju, an der Haltestelle und frieren sich halbtot. Ju grummelt in ihren Pali herein: "Das ist so typisch, wenn man’s eilig hat kommt die Bahn nicht!". Izaa hört ihr gar nicht zu, sondern beobachtet die Schneeflocken die um sie herum tanzen.



Ein paar Minuten später trudelt die bis oben mit Menschen gefüllte Bahn an. "Ih, passen wir da noch rein?", quiekte Iza leise. "Ja, sicher. Ist eh nur ‘ne Station. Hoffen wir mal, dass die Allee Arcaden nicht so voll sind." Sie tuckerten mit der Bahn im Schritttempo vorwärts, denn irgendwie war diese in den Weihnachtsverkehr hineingeraten...



24.Dezember – 13:14Uhr – Allee Arcaden



"Sorry, dass wir zu spät sind. Die Bahn kam nicht!", erklärte Ju, wie schon 100mal zuvor, Shirley, während sie, sie mit einer Umarmung begrüßte. "Ist nicht schlimm, wir müssen eh noch auf Shiva warten.", meinte Shirley, die diese wohl auch noch angerufen hatte. "Wääh, aber bitte nicht hier draußen. Es ist verdammt kalt", fiepte Izaa. "Ja, lass mal reingehen", meinte auch Ju. Als sie in der Halle der Allee Arcaden standen, verging ihnen irgendwie die Lust am Weihnachtsshoppen. "Das ist jetzt nicht euer Ernst oder?", fragte Shirley, die bei den Menschenmassen ganz blass wurde.



"Können die nicht früher ihre befickten Weihnachtsgeschenke kaufen!?", schimpfte auch Ju. "Woaah! Ich geh meine Geschenke fürs nächste Jahr schon im November kaufen!", murrte Shirley. "Das sagst du doch jedes Jahr!", grummelte Ju sie an. Plötzlich klingelte Izas Handy: "Wo seid ihr?", Shiva, die es doch tatsächlich wieder geschafft hatte 30min zu spät zu kommen. "Warte ich komme raus.", antwortete Izaa, der der Streß sowieso schon wieder viel zu viel wurde.



Als dann alle zusammen waren, wurde erstmal ein Schlachtplan entworfen. Ju brauchte noch was für ihre Mum und wollte bei dem typischen Parfum bleiben, schließlich wollte sie die Tradition der unkreativen Weihnachtsgeschenke nicht brechen. Izaa brauchte noch etwas für Vinia und Lulu, denen sie irgendwas schönes schenken wollte. Shiva grübelte schon seit Saskias Geburtstag, was sie ihr noch schenken könnte und Shirley hatte nichts für ihren Dad.



Der erste Laden in den sie stürmten war Douglas, denn Ju war anscheinend die Einzige, die so ungefähr den Plan hatte, was sie verschenken wollte. Douglas eröffnete aber auch Izaa wahnsinnige Möglichkeiten für Weihnachtsgeschenke. Sie kaufte für Vinia ein tolles Hautpflegeset in dem auch noch ein bisschen Grundschminkzeug, wie Lipgloss und Wimperntusche drin war. Ju kaufte irgendein schweineteures Parfum und die Truppe zog weiter zu Bijou Brigitte, indem Izaa unglaublich niedliche Ohrringe für Lulu fand.



Dann trennte sich die Gruppe. Izaa und Ju beschlossen für alle Geschenke ein paar Süßigkeiten zu kaufen und Shiva und Shirley liefen zu Domino rein um dort irgendwelche sinnlosen Sachen zu kaufen, mit denen niemand etwas anfangen konnte.



24.Dezember – 13:45Uhr – Domino



"Die wär doch sicher was für Saskia?", Shirley hob eine schwarze Kristallkugel hoch, die wenn man sie anschaltete dunkelgrünes Licht warf. "Die kann ich ihr nicht kaufen ... die möchte ich viel zu gerne selber haben...", meinte Shiva verlegen. "Man, dann kauf doch zwei!", schlug Shirley vor. "Nee, nee...so viel Geld hab ich nicht." "Na ja, ist nun auch egal. Ich kauf jetzt meinen Dad diesen Schlüsselanhänger mit "Der beste Dad der Welt" und du entscheide dich mal. Ich mag schließlich auch noch beim Weihnachtsbaum mitschmücken" "Nun gut", murmelte Shiva, "Ich kauf ihr die jetzt.."



24.Dezember – 13:50Uhr – Plus



Izaa und Ju standen vollgepackt an der Kasse von Plus, deren Schlange sich irgendwie durch den ganzen Laden zog. "Vielleicht hätten wir einen Korb nehmen sollen?", meinte Izaa, "Meine Finger werden nämlich grad von den Pralinen zerquetscht." "Nahaha... Wie lustig ist der Schlumpf!", knurrte Ju mürrisch, "Es gab keine Körbe mehr! Verdammt .. Wozu gibt’s Weihnachten überhaupt. Das streßt doch nur übelst. Ich hab keinen Bock mehr ..." "Ich auch nicht"



24.Dezember – 13:01 Uhr – Ju der ihre Wohnung



"Müssen wir wirklich einen Weihnachtsbaum holen? Reicht es nicht, wenn wir die Zimmerpflanze dahinten schmücken?", fragte Mariuz grinsend. "Ja genau!", stimmte ihm auch Nils zu. "Ich will zu Weihnachten einen Weihnachtsbaum und ich wette, dass euch Ju auch ziemlich schlachten wird, wenn ihr keinen besorgt!", dass war Lulu, die schon wieder mit Bianca in der Küche stand um einen Stollen zu backen. Ein klingeln an der Tür. Rowena sprang zu ihr hin und ließ Markus rein. "Saskia hat mich grade angerufen und gemeint, dass wir heut Abend alle gemeinsam Weihnachten feiern und da dachte ich, beteilige ich mich doch mal an den Vorbereitungen. Wo kann ich helfen?" "Ju hat gesagt, du sollst mit Mariuz und Nils zusammen einen Weihnachtsbaum kaufen gehen", schrie Bianca aus der Küche. "Na dann lasst mal losziehen!", meinte Markus, der in seinem Mantel ein wenig aussah, wie der Weihnachtsmann der Unterwelt. "Kann ich mitkommen?", fragte Xel, "Schließlich braucht ihr doch sicher weibliche Unterstützung beim Aussuchen!" Nils verdrehte nur die Augen und dachte sich, dass es doch so klar war, dass Xel mitkommen wollte, wenn Markus dabei war. "Wartet mal. Ich brauch erstmal ‘nen Handtuch.", meinte Mariuz, der heute irgendwie die Ruhe selbst war, "Hab mir noch nicht die Haare gewaschen." "Solange können Nils und Markus schon mal die Plätzchen probieren!", meinte Rowena. "Ich will auch!!", rief Mariuz vom Flur. "Nee, du bist zu langsam und mehr Masse im Bauch würde dich sicher nicht verschnellern.", rief Lulu zurück und es entbrannte ein Gelächter.



24.Dezember – 13:45Uhr – An der Haustür von Ju



"Wir kommen zum Weihnachtsbaum schmücken!", das waren Anne und Anneliese, die irgendwie ein bisschen zu früh dran waren, denn das Weihnachtsbaum-Kauf-Team, hatte sich immernoch nicht auf den Weg gemacht. "Mariuz, Markus, Nils! Wir sollten nun echt mal irgendwann los gehen. Sonst ist Ju noch eher zurück!", schrie Xel durch die Wohnung. Nils und Markus kamen kauend aus der Küche und Mariuz hüpfte aus dem Bad: "Ich bin schon fertig." Und nun ging es endlich los. Als die vier weg waren, wirkte die Wohnung schon fast ein bisschen sehr still. Anne und Anneliese schmückten währenddessen den Rest der Wohnung und trimmten alles auf weihnachtlich. "Leute? Habt ihr eigentlich schon eure Geschenke eingepackt?", fragte Anneliese. "Nee, dass machen nachher Lea, Alia, Renate und Vinia. Ihr solltet nur die Geschenke für die schon einpacken. Die sollen schließlich nicht sehen, was sie bekommen", antwortete Lulu, die irgendwie als eine der wenigen noch den Durchblick behalten hatte. "Na dann ist ja gut. Hatte schon Angst, dass ich das nicht mehr schaffe!" "Ich würd vorschlagen, wir bringen alle Geschenke erstmal in das Zimmer von Jus Mutter.", schlug Bianca vor. Gesagt getan, sie schleppten, die ganzen Rucksäcke und Tüten ins Nachbarzimmer.



24.Dezember – 14:15Uhr – Ju der ihre Wohnung



Shirley und Shiva waren zurückgekehrt und verfrachteten ihren Einkauf auch erstmal in das "Geschenkezimmer". Shirley regte sich danach erstmal auf, wie langsam doch alles voranginge und das sie eigentlich damit gerechnet hätte, jetzt schon einen vollständig geschmückten Weihnachtsbaum vorzufinden, doch Rowena wusste, wie man sie beruhigen konnte und steckte ihr ein Plätzchen in den Mund. "Hoffentlich bringen die einen guten Weihnachtsbaum mit.." , murmelte Shiva ängstlich. "Ach sicherlich! Die haben doch Xel dabei!", sagte Rowena. "Na deswegen mein ich ja!"; grinste Shiva gemein. Ein Gelächter ging durch die Runde, aber Lulus vernünftige Stimme brachte alle zum Schweigen: "Wir sollten nun langsam mal, den Baumschmuck bereitstellen." Das wir hätte sie weglassen können, denn Bianca, die Muskelfrau, holte den ganzen Schmuck alleine vom Schrank runter. "Wieso hat nicht Bianca den Baum alleine geholt?", fragte Shiva. "Die wär sicher schneller gewesen als die andern 4! Wo ist eigentlich Ju? Hat wahrscheinlich auf’em Weg zu Plus vergessen, was sie machen wollte!" Doch just in diesem Momenr öffnete sich die Tür. "Da sind wir wieder!", rief Ju in die Wohnung rein. Insgesamt hatten Izaa und Ju vier Tüten nur mit Schokolade besorgt. "Was? Ihr seid schon wieder da?", starrte sie Shiva und Shirley an, "Man da ward ihr ausnahmsweise ja schnell! Oh! Das Schmückteam ist auch schon da, aber lasst mich raten, die Jungs kriegens nicht auf die Reihe ‘nen Baum zu besorgen?" "So sieht’s aus, deswegen haben wir ihnen Xel mitgegeben!", meinte Lulu. "Aber eigentlich liegen wir gut in der Zeit. Wann kommen die Verpacker?", fragte Ju. "Müssten jeden Moment da sein, Renate hat mich angerufen, dass sie grad an den Allee Arcaden sind und ob wir noch Weihnachtspapier brauchen.", antwortete Bianca. Ju naschte ein paar von den Keksen und war hellauf begeistert, wie gut die drei doch gebacken hatten.



Und wiedermal ein klingeln an der Tür. Alia, Renate und Lea stürmten herein. "Vinia kommt ein bisschen später. Sie und Peter stecken im Stau!", erklärte Alia. "Das wird uns aber nicht davon abhalten zu beginnen.", Renate hielt das Geschenkpapier hoch, "Wo sind die Geschenke?" "In dem Zimmer von Jus Mum.", rief Lulu den dreien aus dem Wohnzimmer zu, da sie grade versuchte eine Weihnachtsgirlande am Kronleuchter zu befestigten.



Ju gähnte: "Sagt mal, kommt ihr auch ohne mich klar? Ich bin unglaublich müde, denn Mariuz hat mir die ganze Nacht die Bettdecke weggezogen. Sicher werd ich jetzt wieder krank!" "Oh ja, ich würd mich auch zu gerne hinlegen!", schloss sich Shirley ihr an. "Legt euch nur hin. Wir haben, dass hier alles voll im Griff!", klar, dass das von Lulu kam.



Die Zwei verschwanden also im Bett.



24.Dezember – 14:08Uhr - Weihnachtsbaumverkauf



Das Weihnachtsbaum-Kauf-Team hatte es nun endlich geschafft einen Baumverkauf zu finden und stand jetzt vor der Aufgabe eine schöne Tanne zu finden. "Ich würde vorschlagen, dass sich jeder jetzt einen Baum aussucht, den er am tollsten findet und wir uns die dann alle mal anschauen und abstimmen, wer den schönsten gefunden hat!", legte Xel mal ganz dreist fest. Also schwärmten die vier aus und suchten. Nils nahm sich einen sehr kleinen, denn er war der Meinung, dass man an kleine Bäumchen nicht viel ranhängen muss und außerdem niemand zu klein ist um diesen zu schmücken. Markus hatte einen riesigen, prächtigen Baum ausgesucht, der viele kleine Verästelungen hatte, weil er genau wusste, wieviel Weihnachtsschmuck im Hause von Ju war und der sollte schon verschmückt werden. Mariuz hatte sich den schrecklichsten Baum, den er auf dem Verkauf finden konnte ausgesucht. Er selbst erklärte sich diese Wahl damit, dass dieser arme Baum sicher nie verkauft werden würde und das doch sehr traurig wär, denn auch er hatte als hässlicher Baum das Recht zu einer Familie ins Wohnzimmer zu kommen. Xel ließ sich von dem hübschen , jungen Weihnachtsbaumverkäufer beraten, welcher der Bäume, denn am wenigsten nadele und suchte sich dann eine schicke, große Tanne aus.



"Mariuz, was ist denn das?", fragte Xel leicht geschockt, als sie auf die Krücke, die Mariuz auserwählt hatte, schaute. Mariuz erklärte ihr dann seine Hintergedanke und fing sich sehr skeptische Blicke der anderen ein, somit war wohl sein Baum abgewählt. "Nee Nils... Der kleine da ist wohl auch nicht dein Ernst oder?!", wieder Xel, die sehr entsetzt über die Auswahl von den anderen war. "Ich find den och nen bissel zu kleen.", das war Markus der sich auch mal in die Diskussion einbrachte, "Und ich finde deinen viel zu groß", fauchte Nils ihn an. "Na dann ist doch alles geklärt. Wir nehmen meinen Baum, der nadelt im übrigen auch nicht.", strahlte Xel die drei an und wanderte zur Kasse. "Wieso mussten wir überhaupt mitkommen?", maulte Nils, "Die hätte das auch ganz sicher alleine geschafft!" Mariuz nickte: "Dann hätte ich auch noch die Kekse probieren können."



Xel rief den dreien zu: "Hey! Das Ding müsst ihr schon tragen!" "Ja ja, dafür sind wir noch gut..." , Nils wurde von seiner schlechten Laune beherrscht, doch trotzdem trug er den Baum brav mit den andern Zweien nach Hause.



24.Dezember – 14.44Uhr – Ju der ihre Wohnung



"Von draußen vom Walde da komm ich her, ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!", mit diesen Worten sprangen Mariuz und die andern in die Wohnung hinein. "Na dann können wa ja endlich ma mit’em schmücken anfangen!", strahlte Anneliese über ganze Gesicht. "Muhaha... ihr beide könnte den Baum doch nur von unten schmücken oder habt ihr vor in den nächsten Minuten noch zu wachsen", grinste Shiva, die beiden Annes an. "Das war jetzt ganz schön gehässig!", grummelte Anne. "Ach wir holen euch ‘ne Leiter, dann kommt ihr wenigstens bis zur Mitte des Baumes hoch!", setzte nun auch Nils ein, der sich das trotz seiner Größe erlaubte. "Wollen wir nochmal darüber reden?!", zielte Anne nun auf ihn. "STOP! Wir sollten zur Abwechslung mal produktiv werden. Markus und Shiva schmücken die obere Baumhälfte und die Annes die untere, dann wird das schon", griff Lulu ein.



Mit dieser Lösung mussten sich nun alle zufrieden geben, denn schließlich wollten sie gegen 15:30Uhr Jus Mutter ein Krippenspiel präsentieren, für das auch Ju und Shirley wieder aus dem Bett kriechen müssen.



24.Dezember – 15.30Uhr – Im Wohnzimmer



Nun waren selbst die letzten angekommen: Peter und Vinia, die ihre rasante Autofahrt hinter sich gebracht hatten, Äläcks, der Nachtdienst hatte und deswegen leicht verschlafen auf der Bildfläche erschien und noch Franzi mitbrachte und Lachlea, die sich nach langer Zeit von ihrem Typen trennen konnte. Auch Shirley und Ju waren schon wieder quicklebendig und stellten die Deko fürs Krippenspiel auf. Nur Saskia fehlte, aber das wunderte keinen und deswegen starteten sie auch schon mit dem Krippenspiel



Lulu, die die Erzählerin darstellte, begann: "...und so sollten alle Menschen sich in Bethlehem einfinden um sich zählen zu lassen. Darunter waren auch Maria und Josef.." Mariuz und Shiva erschienen auf der Bildfläche und Shiva fing an zu quengeln: "Josef mein Prinz...Ich werde den langen Weg nicht schaffen bis nach Bethlehem. Ich bin schwanger!" "Ach was?"



Der Vorhang fiel und die erste Szene war beendet. Lulu las weiter vor und sprach davon wie Josef und Maria rumirrten um eine Herberge zu finden, was ihnen letztendlich nur in einem Stall gelang. Im Stall standen Shirley, das Schaf, Äläcks, der Esel und Ju, die Kuh. "Ahh... die Wehen setzen ein!" "Oh nein, was machen wir denn nun?!", rief Mariuz entsetzt aus. "Also was du machst, weiß ich nicht, aber ich werde jetzt erstmal pressen.", meinte Shiva. "...und in dieser schönen Nacht wurde ein Kind umgebra..äh auf die Welt gebracht!", beendete Lulu die Szene. In der nächsten Szene waren die drei heiligen Könige dran, die mutig von Markus, Peter und Nils dargestellt werden sollten. Anne kam in die Szene reingetanzt, denn sie war der Stern, der den dreien den Weg weisen sollte. Neben ihr erschien Alia, die singend mitteilte, dass der Heiland in einer Krippe geboren wurde und die drei, dem Stern (der nebenbei tanzte), folgen sollten. "Aber wenn der Heiland geboren ist, müssen wir ihm auch Geschenke mitbringen!", fand Markus. "Was für eine gute Idee! Ich gebe ihm Hanf!", strahlte Peter. Nils war ebenfalls sehr klug und sprach davon, dass er dem Kinde Met mitbringen wolle. Der Einzige, der sich wohl noch ein bisschen an die Weihnachtstradition erinnern konnte, war Markus, denn er nahm Weihrauch mit. "So folgten sie dem Stern zur Krippe", beendete Lulu auch die dritte Szene. "In der Krippe fanden sie das Kind ..", doch das Gelächter von Nils hielt Lulu vom weiterreden ab. "So eine hässliche Puppe...", gröhlte Nils. "Hey komm klar...muh!", fuhr Ju ihn an, "Du machst das ganze Krippenspiel kaputt" . Die drei Könige knieten sich nach dem Lachanfall, vor die Krippe und übergaben die Geschenke. "Met und Hanf? Man das ist ja mal was!", strahlte Shiva übers ganze Gesicht. "Das sind die Geschenke für unseren Sohn, du kannst die jetzt nicht aufbrauchen!", empörte sich Mariuz. "Sicher?" Der Vorhang viel ohne irgendwelchen Abspann. Nun mussten alle vor die Bühne kommen und mit Alia zusammen das Lied "Stille Nacht, heilige Nacht" singen. Es klang recht schräg, denn es kam zu Textunsicherheiten auf der Seite der Vergesslichen (z.B. Nils und Ju) und Lachanfällen, der schnell Erheiterbaren (z.B. Mariuz und Anne), sodass zum Schluss Alia das Lied alleine beendete und Applaus kassierte, der mit dem Klingeln der Tür endete.



Und wer stand da? Natürlich Saskia. "Entschuldigt die Verspätung! Ich hab bis eben geschlafen. Ohh... Was für ein schöner Weihnachtsbaum! Wie heißt denn der?" "Wir haben ihn spontan auf Baum getauft!", erklärte Mariuz. "Ihr Langweiler. Ich finde der sieht aus wie ein Malte!" "Leute? Wo wir doch schon mal vollständig sind...bringt doch mal die Geschenke unter Malte!", rief Ju zu den Verpackern rüber. Alia, Renate und Lea, schleppten alles brav unter den Baum. "Aber vor der Bescherung probiert ihr noch unsere Plätzchen und Stollen!", stoppte Bianca, die neugierigen Leute, die schon auf ihr Geschenk lugten.



24.Dezember – 16:30Uhr – Wohnzimmer



Nach dem Essen kam der spannendste Teil des Abends: Das Auspacken. Manch einem war die Lust des Auspackens schon zum Frust geworden, da man von Bauschmerzen geplagt wurde, die durch das ganze Essen hervorgerufen wurden, den anderen hatte die Neugierde innerlich schon zerfressen und ihm wiederfuhr beim Auspacken jedes Geschenkes eine Erleichterung. Es wäre zu viel, jedes Geschenk aufzuzählen, doch alle waren sehr erfreut über die lustigen Ideen der anderen, nur Peter war mit der Klopapiertorte, die er von Bianca bekommen hatte sichtlich überfordert.



Nach dem angeben und Geschenke vorführen lauschte man noch Alias schönen Gesang. Alle die Noten beherrschten spielten ein Weihnachtslied vor und je nach belieben wurde dazu gesungen. So klang der streßige Tag gemütlich aus.



24. Dezember – 20:04Uhr – Ju der ihre Wohnung



Schon fast wäre Langeweile aufgekommen, doch da schleppte Saskia von draußen eine Weihnachtsgans herein. "Na wir wollen doch noch ein schönes Abendbrot haben!" "Aber ich bin doch Vegetarier!", warf Izaa ein. "Das ist doch kein Problem!", strahlte Renate und öffnete einen Behälter indem sie leckeren Salat für die ganze Truppe gemacht hatte. "Anne, Anne!", schrie Ju, " Lass mal zusammen Pudding für die Anderen kochen!" Und schon kam wieder Leben in die Bude. Xel schmierte mit Markus noch ein paar Brote um diese dann auf einer schicken Platte zu servieren. Nils und Shiva waren nochmal losgelaufen um Met, Wein und Sekt zu besorgen, damit mal etwas zum anstoßen hatte. Schon nach kurzer Zeit fanden sie einen Nachtverkauf, der selbst Weihnachten aufhatte und so kauften sie nicht nur die benötigten Dinge, sondern auch noch einen Kasten Bier.



Das Essen glich wirklich einem Festmahl. Es wurde ein drei Gängemenü eingerichtet, denn die Gans reichte logischerweise nicht für alle. So gab es erst Brote, dann ein bisschen Gans oder Salat und zum Schluss Pudding.



24. Dezember – 21:58Uhr – Ju der ihre Wohnung



Das Essen war sehr gut gewesen und so setzte nun bei den meisten die Müdigkeit ein. Die Ersten, die gingen waren Lea, Peter, Vinia und Renate, andere wie Aläcks und Izaa schafften es nicht mehr nach Hause und schliefen dort ein, wo sie grade waren. Auch Lachlea hatte sich wieder auf den Schlafplatz bei den Springerstiefeln verzogen. Die Mehrzahl hockte aber vorm Fernseher und schaute sich den Grinch an. Mitten im Film verließ auch Saskia die Runde und man beendete den heiligen Abend mit einer Kakaorunde und den Träumen von einem gemeinsamen Silvester.



Mariuz und Ju saßen noch spät in der Nacht auf dem Balkon und redeten. "Weißt du wer fehlte?", fragte Ju. "hmm..Friedi.", meinte Mariuz. "Ja. Ich hoffe sie ist nächstes Weihnachten wieder bei uns. Ich vermisse sie so arg." "Ja, geht mir gleich", schloß sich auch Mariuz an. "Mir ist kalt, lass mal ins Bett gehen..."



~*~ Alle Personen sind frei erfunden und jegliche Gemeinsamkeiten zu real existierenden Personen und Orten, sind vom Autor nicht beabsichtigt. ~*~


Die Personifikation der Einsamkeit

Als Bastian sich seine Turnschuhe anzog, passierte es , sein Turnschuh begann zu ihm zu sprechen: „Ich habe ein ernstzunehmendes Problem“, meinte er und Bastian glaubte, dass er dies auch habe, denn schließlich bildete er sich ein, dass sein Schuh mit ihm sprach, „Ich habe mich in den Schnürsenkeln verhackt und komme nicht mehr heraus, doch du kannst mir ganz einfach helfen, du musst nur dreimal an den Schnürsenkeln ziehen und über deine rechte Schulter spucken, dann müsste ich wieder frei sein.“ Wie krank, dachte sich Bastian, doch von der Neugierde gepackt erfüllte er die Anweisungen des Turnschuhes und aus dem Schuh flog ein kleiner wuschliger, bunter Ball mit Entenfüßen und einem Zylinder auf dem Kopf. „Dankesehr mein Freund, nun können wir dazu kommen, warum ich hier bin.“, setzte dieses Etwas an, „Mir ist zu Ohren gekommen, dass du sogut wie keine sozialen Kontakte hast und dich oft sehr alleine fühlst.“ Perplex wie Bastian war, griff er wieder zu den Turnschuhen, zog sich diese schnell an, schnappte sich seine Jacke und rannte zu Tür heraus, in der festen Überzeugung absolut verrückt geworden zu sein und mit dem Willen sobald wie möglich einen Psychiater aufzusuchen. Der Tag ging im Fluge vorbei. Bastian hatte die ganze Zeit alleine in seinem Büro gesessen, denn sein Chef hatte von ihm verlangt ein neues Layout für die Website seines Unternehmens zu erstellen. Nun war er zufrieden mit sich und der Welt und freute sich auf seinen Feierabend. Das Erlebnis des heutigen Morgens war schon längst in Vergessenheit geraten und so erschreckte er sich halb zu Tode als seine Haustür aufsprang bevor er noch den Schlüssel ins Schloss gesteckt hatte. „Na du Einzelgänger?, begrüßte ihn der kleine Ball, der lustig auf und ab sprang. „Du kannst nicht sprechen. Du bist nur eine Ausgeburt meiner kranken Phantasie. Sowas wie dich gibt es nicht!“, schrie er das Ding an. „Doch natürlich gibt es mich. Sieht man doch. Ich bin schließlich die Einsamkeit.“, grummelte der Ball. „Und was willst du hier?“, keifte Bastian immernoch aufgebracht. „Ich will dir zeigen, dass du ein ziemlich tristes Leben führst ohne Freunde, Bekannte und Familie.“, erwiderte der Ball gelassen. „Ich bin absolut glücklich so wie es ist und nun lass mich verdammt nochmal in Ruhe. Morgen muss ich wie immer früh raus zur Arbeit und irgendwann muss ich auch schlafen.“, damit knallte er der Einsamkeit die Tür vor der Nase zu. „Was für ein armer Tropf“, dachte sich die Einsamkeit, „dass kann ja noch heiter werden“ und mit einem Seufzer verschwand es im Turnschuh um sich wie Bastian schlafen zu legen. Diese Nacht sollte für Bastian aber noch ein Alptraum werden. Er träumte von seiner Familie mit der er seit langem keinen Kontakt mehr hatte, weil sie sagten er sei viel zu introvertiert, von seinem alten Freundeskreis zu dem er nach der Uni mehr und mehr den Kontakt verloren hatte, da er sich nie bei ihnen gemeldet hatte und von seiner Exfreundin, mit der er nie unter Menschen gegangen war aus Angst sie könnte sich in jemand anderen verlieben, was er im Endeffekt aber sowieso nicht verhindern konnte. Zu diesen ganzen Bildern kam noch die Stimme des Balles: „Glaubst du mir nun, dass du einsam bist?“. Verstört und durchgeschwitzt wachte er auf. Ein Blick auf den Wecker verriet ihm, dass es noch sehr früh war, doch er wollte unbedingt mit der Einsamkeit reden und sich auch für sein grobes Verhalten entschuldigen. So lief er wie ein aufgescheuchtes Hühnchen durch die Wohnung und rief die Einsamkeit. Als nach mehreren Minuten keine Antwort kam, packte ihn die Angst: War die Einsamkeit verschwunden? Hatte sie ihn tatsächlich ganz alleine gelassen? Wie soll es denn mit ihm weitergehen, wenn selbst die Einsamkeit ihn verlässt? Während dieser Gedanken spürte er wie sich seine Augen mit Tränen füllten und er ließ seiner ganzen Verzweiflung freie Bahn und heulte wie ein Schlosshund, da rüttelte es plötzlich an dem Turnschuh. „Guten Mooorgen!“, rief der kleine, noch wuschlig aussehendere Ball aus dem Turnschuh heraus, „Guten Morgen liebe Sorgen, seid ihr auch schon alle da, habt ihr auch so gut geschlafen, na dann ist ja alles klar“ und stimmte ein Liedchen an. Dann fiel sein Blick auf das kleine Häufchen Elend und es steckte seine Laune ein bisschen zurück: „Hey Kopf hoch. Einsicht ist der erste Weg zur Besserung und zusammen werden wir dein Problem lösen können, da bin ich mir ganz sicher!“. Wie optimistisch, dachte Bastian. „Ich hab eine Idee. Erinnerst du dich noch an Marry-Ann? Die hat heute Geburtstag, willst du sie nicht anrufen und ihr gratulieren?“ Bastian bezweifelte zutiefst, dass er dazu in der Lage sein würde, doch er nickte, schließlich war sein Wille doch Recht groß geworden endlich auf Menschen zuzugehen. Der Anruf verlief äußerst gut. Marry-Ann freute sich wahnsinnig darüber, dass er an sie gedacht hatte und lud ihn zu ihrer Party am Wochenende ein. Der kleine Ball half ihm auch in seinem Auftreten weiter. Es erklärte ihm, dass man ordentlich angezogen einen besseren und souveräneren Eindruck machen würde, dass man ruhig Selbstbewusst herüberkommen sollte und, und, und... Nach dieser kleinen Lektion in der besonders die Motivation des Balles völlig ausgeschöpft wurde, sollte er nun lernen diese praktisch anzuwenden und zwar auf der Party. Da Bastian noch sehr mutlos war, nahm er den kleinen Ball auf seinem Turnschuh mit und zog viele Blicke dadurch auf sich und bei den meisten blieben es keine Blicke, sondern sie sprachen ihn auch an und aus den Fragen über seinen komischen Turnschuhschmuck, entwickelten sich letztendlich Gespräche. An diesem Abend bekam er mehr Telefonnummern als in seinem ganzen Leben zuvor. Die Zeit verging und Bastian baute sich einen richtigen Freundeskreis auf mit denen er regelmäßig in Kontakt stand. Sein Auftreten verbesserte sich, er wurde lockere und selbstbewusster, desweiteren war er so kreativ, dass nach einem Monat eine Beförderung bei ihm zu Hause eintrudelte, die er dann in einer Bar befeierte. Kurz gesagt, Bastian war wie ein neuer Mensch geworden. Er war nicht mehr der graue Mäuserich, nein, er war jetzt eine beliebte Maus, die überall gern gesehen war. Als Bastian sich eines Tages wieder seine Turnschuhe anzog, fand er in seinem Schuh einen Zettel mit folgenden Worten: „Wir werden uns sicher nicht wiedersehen, deswegen wünsche ich dir ein schönes und erfülltes Leben, du weißt jetzt wie man etwas aus ihm macht. Schätze immer deine Freunde und bleib wie du jetzt bist. Ich bin sehr stolz auf dich!“ ^~)


Und man brauch sie doch..



Wie jeden Tag um die gleiche Zeit spielten die Königskinder Danuta, Nathanael und Calimero im Obstgarten vor dem großen Schloss Fangen. Nach ein paar Stunden waren sie aber so erschöpft, dass sie das Spielen beendeten, sich in die warme Sommersonne legten und Apfelsinen aßen. Während der kleine Prinz Calimero vor sich hindöste, fingen Danuta und Nathanael ein Gespräch an und irgendwann, redeten sie auch über ihn. Calimero, der jedes Wort hörte, wurde sehr wütend, als sie sich über sein überschwengliches Temperament aufregten. So etwas hätte er nie von der hübschen Danuta, die er heimlich anbetete, erwartet, doch anscheinend fand sie Nathanael sowieso besser. Beleidigt sprang er auf und schrie: „Wenn ihr mich so schlimm findet, dann braucht ihr auch nicht mehr mit mir zu spielen!“ Daraufhin rannte er weinend aus dem Gartentor hinaus Richtung Wald. Er wollte sich zu seinem Lieblingsort, den grünen Sümpfen, zurückziehen und vor sich hinschmollen. Eine Woge von Eifersucht, Wut, Enttäuschung und noch viel mehr überkam ihn. Endlich angekommen setzte er sich auf einen großen grauen Stein und fluchte gehörig. Plötzlich bewegte sich im Gebüsch etwas. Er sprang erschrocken auf und wollte sich verstecken, doch da sah es ihn schon. Doch was um himmelswillen war das?
Es war kleiner als Calimero, hatte einen langen Schwanz und eine ebenso lange Schnauze und war grade dabei sich von seiner normalen grünen Körperfarbe in ein rosa zu verwandeln. Der kleine Prinz, rieb sich die Augen, doch das Getier stand immernoch vor ihm, war völlig rosa und schaute ihn verlegen an. „Uargh!“ , stieß er endlich hervor , „Was bist denn du?“ Über die Wangen zog sich nun ein dunkelrot: „Ich bin ein Gefühlsdrache. Ich will dir keine Angst machen. Mein Name ist Napo und ich bin hier, weil so viele Gefühle von dir ausgehen.“ „Ach bleib mir nur weg mit den dummen Gefühlen. Ich will sie eh nicht mehr. Kannst du sie mir vielleicht wegnehmen?“, fragte der kleine Prinz gespannt. Der kleine Drache, dessen rosa Färbung langsam wieder normal grün wurde, erklärte ihm, dass jedes seiner Gefühle fruchtbar wichtig sei, doch Calimero wollte dies partout nicht einsehen, da meinte der kleine Drache: „Wenn du willst, dann zeige ich dir etwas.“ Calimero spürte eine furchtbare Neugierde in ihm aufsteigen. Der Drache sprach weiter: „Ich merke, es interessiert dich. Stecke einfach deinen Kopf in meinen Hals und warte ab, was passiert.“ Ängstlich wich Calimero zurück. Hatte er es sich doch gleich gedacht, der Drache wollte ihn nur fressen. „Nein, ich will dich nicht fressen oder so!“, sagte der schon wieder rosa anlaufende Drache, „Außerdem ernähre ich mich nur von Gefühlen.“ Das beruhigte den kleinen Prinzen sichtlich. Einen kurzen Moment überlegte er noch, bis er zu dem Schluss kam, dass es eh niemanden stören würde, wenn er doch gefressen wurde. Er steckte also mutig seinen kleinen Kopf in das große Maul von Napo.Ein merkwürdiger Geruch benebelte seine Sinne und er fand sich auf einer langen Straße wieder. Geschockt schaute er sich um und stellte fest, dass er nicht gefressen worden sein konnte.
In der prallen Sonne ging er die Straße lang und sehnte sich nur nach Wasser um sich abzukühlen und was für ein Glück, nach einer Weile tauchte vor seinen Augen ein See auf. Er rannte zu ihm und steckte seine Beine in Wasser, als plötzlich ein furchtbares Stöhnen ausbrach. Erschrocken schaute er sich um, doch nirgendswo sah er jemanden. Er plätscherte mit den Füßen im Wasser, abermals ein Stöhnen. Wenige Momente nach dem zweiten Stöhnen stiegen aus dem Wasser in blaue Seidentücher gehüllte Frauen mit traurigen Gesichtern. „Oh, wie schlecht es mir doch geht“, jammerte die Erste, die das Ufer erreichte. Eine weitere Frau trat neben sie und weinte fürchterlich. Der kleine Prinz bekam furchtbares Mitleid und fragte: „Wer seid ihr und was ist euch schlimmes wiederfahren?“ „Ach Jungchen, mach dir keine Sorgen. Wir sind nur traurig.“ Verzweifelte fragte der kleine Prinz wieso denn und die Frauen erklärten, dass jede Person hier ein Gefühl verkörpert, damit neue Gefühlsgemische entstehen können. Die weinende Frau schlug Calimero vor ihn auf eine Tasse Tee einzuladen. Er nahm an, denn er war sehr neugierig, wie wohl ihre Familie sein würde. Unter Tränen meinte sie, dass ihr Mann sich unglaublich freuen würde und so zogen sie los. Wenige Minuten vom See entfernt kamen sie an eine Stelle wo überall die Bäume und Blumen blühten. Der kleine Prinz war völlig fasziniert von diesem Anblick und sie hielten vor einem neongrünen Haus. Hier sollte die Familie der unglaublich traurigen Frau wohnen? Das war nun doch reichlich merkwürdig, fand er. Im Haus stürmte ein strahlender Mann auf ihn zu, umarmte ihn überschwenglich und bot ihm Kuchen an. Völlig verwirrt nahm Calimero platz. „Janie! Besuch ist da!“, schrie der glückliche Mann nach oben, während seine Frau immernoch ein betrübtes Gesicht machte. „Ist mir egal!“, antworte eine desinteressierte, gelangweilte Stimme. Der Mann entschuldigte sich für seine Tochter und erklärte, dass das normal sei, schließlich sei seine Frau traurig und er ein durchaus fröhlicher Mensch, daraus konnte sich einfach nichts anderes als die pure Gleichgültigkeit ergeben. Calimero aß brav seinen Kuchen auf und wollte dann schnell weiter, denn irgendwie machte ihn das Schluchzen der Frau und das Dauergrinsen des Mannes nervös. Vor dem Haus entspannte er sich wieder langsam und ging die farbenfrohe Straße lang, bis er zu einem großen rosa Herz kam. Clever wie er war, wusste er schon, dass er nun wohl das Territorium der Liebe betreten würde, doch vor dem Herz kniete ein weinendes Mädchen, dass völlig in schwarz gekleidet war. „Schon wieder eine Traurigkeit? “, dachte er verwirrt, „Und das im Land der Liebe“ . „Hey du, was ist los?“, sprach er sie locker an. Sie schaute auf und er sah ihre glühend roten Augen, bekam plötzlich unglaubliche Angst vor dem Mädchen und rannte so schnell er konnte am rosa Herz vorbei und drehte sich um, um festzustellen, dass das gruselige Mädchen ihn auch wirklich nicht verfolgte. Nach wenigen Metern des Laufens, stieß er mit einer Frau zusammen, die zum ersten Mal nicht unglücklich aussah. Sie tänzelte über die Straße und hatte wohl noch nicht mal bemerkt, dass Calimero gegen sie gerannt war. „Sind sie verliebt?“, fragte Calimero sie laut,. Damit sie ihn auch beachtet. „Ja, das bin ich wohl. In den göttlichsten Menschen, den es hier auf Erden gibt. Die Verkörperung der Schönheit, Intelligenz und Lieblichkeit in einem.“, antwortete sie in einer rauchigen Stimme. „Würden sie die Güte besitzen, mir ihren Angebeteten mal vorzustellen?“, fragte der kleine Prinz, so nett wie möglich. Ohne etwas weiteres zu sagen, nahm die Frau ihn an die Hand und zog ihn zu einem rosaroten Haus. Sie öffnete die Tür und rief: „Liebster wir haben Besuch von einem jungen Herren!“ Ein Mann im grünen Anzug kam aus dem Zimmer heraus, begutachtete den kleinen Prinzen und fragte neiderfüllt: „Wo hast du denn diesen hübschen Anzug her?“ Wahrheitsgemäß antwortete Calimero, dass er ihn von seinen Eltern bekommen hatte und verkündete gleich darauf, dass er nun leider schnell weitermüsse, da diese wohl zu Hause schon mit dem Abendbrot auf ihn warteten. Vor der Tür fiel ihm auf, dass er wahnsinnigen Hunger hatte und wirklich liebend gern nach Hause würde. Instinktiv schloss er die Augen und wenige Sekunden später, als er sie wieder öffnete, stand er an seinem Sumpf und neben ihm der kleine Drache, der ihn aufgeregt fragte: „Nun weißt du, wieso Gefühle so wichtig sind, nicht? Du hast doch was gelernt aus dieser Reise oder?“ Der kleine Prinz starrte ihn ungläubig an und grummelte: „Nein, ehrlich ich weiß nicht, was diese Verrückten mein Leben bestimmen. Die sind doch alle absolut komisch und angsteinflössend. Nimm mir bitte meine Gefühle weg, seit dem Ausflug fühle ich mich selbst schon ganz irre. Gefühle, wer brauch sowas schon?“ Der Drache lief purpurrot an, spuckte einmal wütend Feuer und blaffte dann: „Du kleine arrogante Kröte. Ich werde dir eine Lektion erteilen, wie kannst du diese sagenhaften Wesen so beleidigen. Sie sind das Wertvollste was wir haben und wir sollten dankbar sein, dass sie sich überhaupt um solche Leute wie dich kümmern! Oh du kleiner Teufel. Ich werde deine Empfindungen nun alle umdrehen!“ Calimero bekam angst und nicht nur das, es tat ihm auch alles furchtbar leid, doch nun war es zu spät. Er spürte, dass sich Scham in seinem Kopf ausbreitete, doch fühlte er sich nicht so. Er spürte kein bisschen Reue. Er kam ins Schloss und wollte seinen Freunden unbedingt von seinem Erlebnis erzählen, doch als er sie sah, hatte er nicht ein bisschen das Bedürfnis mit ihnen zu sprechen. Danuta und Nathanael wunderten sich, dass er immernoch so wütend auf sie war, dass er nicht mit ihnen sprach und so entschloss sich Danuta, ihn alleine aufzusuchen und sich im Namen beider zu entschuldigen. Der kleine Prinz hatte sich in seine königlichen Gemächer zurückgezogen um nicht sooft diesen Herz-Kopf-Konflikt aushalten zu müssen. Danuta klopfte. Seine Neugierde war groß, wer wohl vor der Tür stehen würde, doch er fühlte nur eine große Gleichgültigkeit und zwang sich ein „Herein!“ heraus. Danuta trat ein. Sein Herz pochte höher und gleichzeitig stieg ein Hass in ihm auf, der unglaublich war. Sie entschuldigte sich und gleich wurde sein Hass noch größer. Er sprang auf und gab ihr eine Ohrfeige, dass es nur so knallte. Sie fing bitterlich an zu weinen, sein Kopf schmerzte, da er es doch gar nicht gewollt hatte, er wollte eigentlich nett zu ihr sein und ihre Entschuldigung annehmen. Calimeros Bedürfnis mit Danuta zu weinen stieg ins Unermessliche, doch was passierte? Er lachte.
Danuta rannte völlig aufgelöst zu Calimeros Eltern und erzählte ihnen, was passiert war. Calimero lachte immernoch, doch eigentlich weinte er die bittersten Tränen, die er je hätte vergießen können. Als einzige Lösung viel ihm ein in die Sümpfe zu rennen und Napo zu finden. Lachend rannte er los. Doch er machte so viel Krach im Wald, weil er sich einfach nicht beruhigen konnte, dass er hungrige Tiere anzog und bald in eine missliche Lage kam. Er stand auf einer Lichtung, lachend und völlig mutig, umringt von gefräßigen Tieren und war sich durchaus darüber im Klaren, dass er in absoluter Gefahr war, doch da tauchte Napo auf. „Na? Machen dir meine Freunde angst? Das tut mir aber leid“, grinste er hämisch, „Aber nein, natürlich bin ich nicht so böse und lasse dich sterben. Ich pfeife sie zurück und drehe dir deine Empfindungen wieder um, wenn du mir versprichst, dass du niemals mehr schlecht von Gefühlen sprichst!“ „Ich verspreche es. Wirklich!“, sagte der kleine Prinz kichernd und in diesem Moment wurde aus dem Kichern schluchzen. Die Tiere verschwanden, genau wie der Drache und Calimero ging zurück zu dem Schloss und wusste, dass es einige Dinge zu bereinigen gab...


Silvester mit Besuch

1. Szene -> Erzähler, Ju, Shiva, Alia
Erzähler: Wir befinden uns am Ende des Jahres 2004 n. Chr. Ganz Berlin ist in Silvesterstimmung… Ganz Berlin? Nein! Eine von Freaks besetzte Wohnung hört nicht auf Weihnachten nachzutrauern…
Alia und Shiva sitzen auf dem Boden
Alia: Weißt du noch letztes Weihnachten? Da haben wir alle zusammen gefeiert.. und dieses Jahr? Nichts war. Niemand hatte Zeit. Alle sind zu ihrer Familie gefahren.
Shiva: Ja... echt traurig.
Alia: Man, wäre ich doch nur zu meinen Rollenspielern nach Vechta gefahren. Dann hätte ich zumindest nicht so’n lahmes Silvester wie jetzt. Das macht doch keinen Spaß nur mit Ju und dir zu feiern.
Shiva nimmt sich eine Flasche Desperados
Shiva: Ach wieso? Wir haben doch Alkohol!
Ju kommt rein
Ju: Ihr könnt doch jetzt nicht schon anfangen zu trinken!? Das reicht sonst ja nie bis Mitternacht.
Alia: Doch können wir.
Shiva: Lalala.. I can’t hear you... und ich trinke jetzt. Irgendwas muss ja gut sein an diesem Silvester.
Ju: Man ihr tut so, als wäre ich Schuld daran, dass niemand kommt. Mariuz ist wieder mit seinen Freunden feiern gegangen, obwohl er versprochen hatte immer abwechselnd mal mit uns und mal mit denen zu feiern. Konrad liegt lieber im Bett. Friedi feiert mit ihrem Hund. Daniel und Kevin machen ihre eigene Party mit Black Jack und Nutten... oder so was ähnlichem.
Alia: Bianca muss mit ihren Österreichern feiern. Von Rowena hat man gar nichts mehr gehört, Äläks hat Nachtdienst. Ja, wir wissen’s... Es ist nicht deine Schuld und deine Planung war ganz toll.
Ju: Ach trinkt weiter, dann seid ihr wenigstens erträglich.
Ju verlässt das Zimmer. Man hört Tastaturklappern
Shiva verdreht die Augen
Shiva: Jetzt redet sie sicher wieder mit ihrem Spastenchrisskind…
Ju schreit aus dem Nebenzimmer:
Ju: Nein – der ist nämlich nicht online.

2.Szene – Erzähler, Shiva, Ju, Malte
Erzähler: Es sieht also ganz nach einem besinnlichen Silvesterfest aus, doch da klingelt es an der Tür.
Klingeln
Ju ruft: Geh mal bitte einer hin…
Shiva genervt: Sind wir deine Dienstboten?
Ju: Dann geht halt keiner hin… Ich versteh eh nicht, wieso die selbst Silvester Werbung bringen müssen.
Erzähler: Doch vor der Tür steht nicht ein Mensch, der die Werbung verteilt. Es ist auch sonst nicht der Osterhase, der Weihnachtsmann oder der Pfingstochse… sondern einfach nur der Silvestermalte.
Malte zu sich: Komisch.. Ich dachte heute steigt ‘ne Party. Wahrscheinlich hab ich Alia falsch verstanden. Geh ich eben ins Knaack…
Erzähler: So wurde aus der 3-Leuteparty leider kein Quartett. Doch das störte die gute Stimmung, die in der Luft lag, kein bisschen.
Shiva steht auf: Ich geh zu McDonalds. Was zu essen scheint hier ja nicht vorhanden zu sein.
Alia steht ebenfalls auf: Warte ich komm mit. Ich hab auch keine Lust mich die ganze Zeit von Tee zu ernähren.
Ju: Macht was ihr wollt.
Erzähler: Und da war es nur noch einer.

3.Szene – Mariuz, Sven, Ju, Erzähler
Ein Klingeln – keine Reaktion von Ju. Ein weiteres Klingeln – Ju geht genervt zur Tür
Ju: Ja?
Mariuz: Ich bin’s!
Ju öffnet die Tür, sie sieht Sven und Mariuz
Ju: Äh.. was tut ihr hier?
Mariuz: Wir hatten gedacht, wir kommen zu deiner Party. Wann geht’s denn los?
Ju: Party ist nicht.
Sven: Wie?
Ju: Man es kommt halt niemand.
Sven: Dann rufen wir die Leute einfach an?
Ju verdreht die Augen
Ju: Macht was ihr nicht lassen könnt
Telefonbuch hinwerfend und aus dem Zimmer rennend. Mariuz hinterher
Erzähler: So scheint das gemütliche Silvesterfest doch noch gestört zu werden und zwar durch Sven, der nicht einsieht, wieso man sich am Jahreswechsel nicht gemütlich vor den Fernseher setzt und nach dem Countdown anstößt.

4.Szene – Shiva, Mariuz, Alia, Erzähler, Sven
Alia und Shiva werden von Mariuz reingelassen
Shiva: Was macht denn der Prinz hier?
Mariuz: Die Stimmung heben
Shiva: Nein, das glaube ich nicht... Schließlich bist du kein Gewichteheber
Mariuz: Ach was.
Alia: Ich geh zu Ju.
Sven: Äh nee… lasst die mal in Ruhe chatten, wir planen jetzt mal diese Party, dann wird das schon.
Alia: Deinen Optimismus möchte ich haben…
Erzähler: So plant man still und heimlich eine Party in Ju der ihrer Wohnung ohne das diese davon nur das geringste mitbekommt.

5.Szene – Erzähler, Alia, Malte, Shiva, Mariuz, Nils, Äläks, Konrad, Sven
Erzähler: Die Arbeit wird geteilt. Man vierteilt den Kuchen… äh das Adressbuch von Ju und macht sich ans telefonieren und nach einer halben Stunde wird die wundervolle Ruhe des trauten Haushalts von Ju gestört.
Malte klettert über den Balkon und klopft ans Fenster
Alia: Diese Wohnung hat eine Tür.
Malte: Ich hatte nur Angst, dass man mich wieder überhört und ich dann zurück zum Knaack müsste.
Alia lacht
Shiva: Ok Malte, was hast du mitgebracht?
Malte: Was grüüüünes!
Alia: Ich dachte du kiffst nicht mehr?
Malte verwundert : Wer redet denn vom Kiffen? Ich hab Pfefferminzlikör aufgetrieben. Ich dachte, der sei gut zum mixen…
Ein Türklingeln und ein furchtbarer Krach draußen, Mariuz geht zur Tür
Mariuz freudig : Nils!
Nils ebenfalls erfreut: Mariuz!
Freudiges am Bart zupfen setzt ein.
Mariuz: Was machst du eigentlich für einen Krach?
Nils: Es ist so kalt da draußen... da ist mir fast der Bierkasten runtergefallen
Mariuz schaut sich um: Bierkasten? Wo?
Nils: Noch im Flur.. ohne Handschuhe ging’s einfach nicht weiter.
Erzähler: Bevor Mariuz noch etwas machen kann, spurtet schon der sportliche, starke, gut aussehende, durchtrainierte, sexy... äh… Sven los und befördert den Bierkasten in die Wohnung. Bevor er aber noch die Tür zumachen kann, rennt ihn ein Weihnachtsmann um. Hat sich da jemand um eine Woche vertan?
Äläks: Ho! Ho! Ho! Ich hab mich von meiner Arbeit weggeschlichen. Ich hab denen einfach erzählt, dass ich der Weihnachtsmann sei und da sie dachten, ich sei betrunken, haben sie gesagt, ich solle doch einfach gehen und morgen dafür zum Spätdienst kommen, da sie mich als Gefahr ansähen.
Alia: Hast du in deinem Sack denn Bella versteckt?
Äläks: Nein, die ist noch zu Hause und macht Salate. Ich dachte, es sei vielleicht angemessen etwas mitzubringen... In meinem Sack habe ich nur noch 30 Pfannkuchen.
Mariuz: Juhuuu! Wir haben eine Party geplant. Wir haben alles was wir brauchen. Pfannkuchen und Bier!
Konrad erscheint in der noch offen stehenden Tür
Konrad: Mir fehlen noch Black Jack und Nutten!
Mariuz: Da können wir gerne noch mal drüber reden.
Alia: Irgendwie erinnert mich das alles an letztes Jahr Weihnachten.

6. Szene – (Menschen aus vorheriger Szene weiter im Raum + Bianca die hinzukommt) Sprecher: Erzähler, Nils, Mariuz, Sven, Alia, XXX, Äläks, Ju, David
Erzähler: Wo sie Recht hat, hat sie Recht. Da ich als Spielleiter das aber verhindern möchte, lasse ich nun meinen Überraschungsgast auftreten.
Plötzlich steht ein Mensch mit rosa Punkten im Gesicht in der Mitte des Zimmers
Nils: Was zum Teufel ist denn das? Mir hat niemand gesagt, dass auch Leute kommen, die ich nicht kenne.
Mariuz: Sven? Wen hast du denn da eingeladen?
Sven: Das war ich nicht… Alia kennt doch immer so komische Leute.
Alia: Pah. Niemals.
XXX: Ähm... Entschuldigt die Störung, eingeladen hat mich niemand, dies wüsste ich schließlich.
Shiva: Und was suchst du dann hier?
Wiedermals ein Türklingeln, verbunden mit einer hohen Singstimme.
Konrad: Ah Bianca, die wird diesem Menschen schon zeigen, was mit ihm gemacht wird, wenn er ohne Einladung kommt…
XXX: Entschuldigung, ich bin auch nicht freiwillig hier.
Nils: Da ist die Tür. zeigt auf die Tür
XXX: Wenn ich gehen würde, wäre ich bestimmt nicht mehr hier, aber ich habe eine Mission zu erfüllen.
Mariuz: Aha? Die wäre?
XXX: Ich möchte euch zeigen, dass Silvester nicht nur ein Fest zum Betrinken ist. Es ist ein Fest um einen Rückblick aufs alte Jahr zu erleben und sich gute Vorsätze fürs neue Jahr zu nehmen.
Äläks: Aus der PM weiß ich, dass gute Vorsätze nichts bringen, wenn man sie aufschreibt!
Mariuz weinerlich: Ich will Bier…
Ju kommt ins Zimmer
Ju: Wer ist das denn? Sind wir schon so verzweifelt, dass wir solche Typen wie den da einladen müssen? Na ja, so lange es nicht David ist, ist ja alles ok…
Erzähler: Wenn man vom Teufel spricht ..
David torkelt ins Zimmer
David lallt: Hallo Leute, da draußen ist so was los... ich hab irgend’sonen Typen getroffen, der hat mir Wodka-Cola spendiert und drei Raketen geschenkt. Oh toll! Bier! rennt zum Bierkasten
XXX: Ich seh schon an euch werde ich zu arbeiten haben.
Ju: Ich glaube, ich geh chatten. Chriss wollte eh gleich on kommen…
Mariuz verdreht die Augen, Ju geht ins Zimmer zurück
Shiva: Irgendwie fehlen für die Party noch Mädchen..
XXX schreit: Verdammt noch mal nun hört mir doch endlich mal wer zu.
Alia: Wenn du deine Lehre verbreiten willst, solltest du vielleicht warten bis alle da sind...
XXX: Ok, da hast du recht.

7.Szene – Erzähler, XXX
Erzähler: Laaaaaaaaaaaaaaaaaaangweilig. Spulen wir das ganze etwas vor. Es kommen immer mehr Menschen und der Silvesterschlumpf? Silvestertroll? Silvesterding? ..Äh was genau es auch ist..
XXX schreit: Ich bin der Silvesteralien
Erzähler: Der aggressive Silvesteralien verbreitet seine Lehre.
XXX schmollend: Ich bin nicht aggressiv…

??? Licht aus. XXX verlässt leise/unauffällig das Zimmer. Licht an. ???

8.Szene – ALLE ( außer XXX)
ALLE sitzen in kleinen Grüppchen im Zimmer verteilt und tun so, als würden sie reden (TONLOS! PANTOMIME!)
Erzähler: Es ist nun kurz vor 12 Uhr und die Party ist am Laufen. Wo der Silvesteralien ist, weiß niemand, doch wen stört’s? Schließlich fließt der Alkohol in Strömen und das Tischfeuerwerk macht dann auch gleich doppelt so viel Freude.
David stark lallend und torkelnd: Ich glaub, ich schlaf bis Mitternacht ein…
Bianca: Ach wat, sind doch nur noch 12Minuten.
Lea: Was? Und noch niemand hat meinen Salat gegessen.
Kevin kauend: Doch klar! Ich stopf mir das Zeug hier schon die ganze Zeit rein.
Steffi leicht besorgt: Wir sollten langsam beginnen die ganzen Gläser mit Sekt zu füllen.
Äläks versucht eine Flasche zu öffnen, währenddessen ertönt ein Schnarchen aus Davids Ecke.
Steffi: Nun gut, für David brauchen wir wohl keinen mehr…
Kevin mit vollem Mund: Auch eine interessante Art und Weise ein neues Jahr zu feiern. Kann ich schon jetzt ein wenig Sekt zum Nachspülen?
Daniel: Nichts da.
Kevin: Sei mal nicht so fies!
Die beiden versuchen sich gegenseitig abzukitzeln. Kevin und Daniel ziehen sich etwas weiter in den Hintergrund zurück.
Ju: Passt verdammt nochmal auf, dass nichts runterfällt.
Konrad: Nehmt euch am besten ein Hotelzimmer!
Mariuz: Darf ich die Kamera halten?
Ein merkwürdiger Blick von Ju in Richtung Mariuz.
Mariuz: Äh nee, warte mal… da fehlt ja noch eine Frau.
Türklingeln – Saskia und Hanna erscheinen
Äläks: Mein Gott – du solltest dir viel öfter Sachen wünschen. Anscheinend bekommst du gleich zwei Frauen. Musstest du deinen Studentenausweis vorlegen? So zwei-zum-Preis-von-einem-mäßig?
Mariuz: Äh .. Nein...Äh ... Fick dich?
Ju: Irgendwie sind seine Witze nimmer so... schlecht?
Anne läuft an denen vorbei
Anne: Ihr seid so garstig!
Shiva: Ohaaa... die kleine Anne! Wie wär’s mit Zwergenweitwurf? Gut, dass du noch deine Freunde mitgebracht hast, da hab ich dann mehr Versuche meinen Rekord zu brechen.
Saskia hängt ihren Mantel auf
Saskia: Ah, ich seh‘ schon. Wir sind heute wieder alle nett zu einander.
Ju: Ach was.. Sind alles nur kleine Stichelein. Wir haben uns doch alle lieb
Im Hintergrund Mariuz und Bianca, die sich zu Boden werfen wollen.
Steffi: Lasst uns starten. Jeder an ein Glas.
ALLE kommen zu einem Kreis zusammen, Bianca und Mariuz lassen voneinander ab
Erzähler: Der Sekt, dessen Korken diesmal nicht die Stirn von Äläks zu durchschießen drohte, wird nun jedem gereicht. Die Sektgläser haben eh nicht gereicht und so improvisiert man.
Rowena: 10 – 9 – 8
ALLE (außer David, der schläft) stimmen ins Zählen ein: 7 – 6 – 5 – 4 – 3 – 2

9. Szene – Alle im Hintergrund -> Sprecher: Erzähler & XXX
XXX: STOP!
Die Zeit ist wie angehalten – jeder verharrt so wie er sich zuletzt bewegt hat.
Erzähler geht langsam zwischen den anderen umher und betrachtet diese: Man bist du klug, Alter. So kannst du denen doch nichts erzählen, wenn du die Zeit anhältst und sie erstarren lässt.
XXX: Aber mein Plan war doch gut?
Erzähler: Nun ja, durchaus passabel.
XXX schaut ALLE an: Irgendwie gefällt mir diese Meute so besser, wenn sie nichts sagen kann.
Erzähler: Jetzt mach endlich, ich will schließlich nicht aufs Jahr 2005 warten, bis ich alt und grau bist!

10. Szene – Alle
Erzähler: Also befreite der Silvesteralien diese merkwürdige Gesellschaft, doch die Zeit blieb trotzdem stehen.
Bella: Was ist denn nun los?
Ju: Das Behindikindi hat unsern Countdown unterbrochen.
Sven: Super – Nun ist nichts mit Anstoßen. Na ja, dann verpass‘ ich diesem Typen jetzt einen guten Rutsch ins neue Jahr, indem ich ihn die Treppe draußen runterrutschen lasse.
XXX: Jetzt reicht’s mir aber mit euch. Dauernd macht ihr so’nen Aufstand.
Bella: Du hast uns grade den Einstieg ins neue Jahr versaut, sollen wir uns da freuen?
XXX: Ich?! Das ward ihr ganz alleine. Ihr seid die, die aus dem Silvesterfest jedes Jahr aufs neue ein Saufgelage machen.
Mariuz öffnet ein Bier
XXX: Da sieht man’s wieder. Silvester ist nicht nur eine einzige Party. Silvester ist der Tag an dem ihr das letzte Jahr noch einmal Revue passieren lassen solltet. An dem ihr eure Fehler, die ihr gemacht habt, bereinigt oder euch zumindest vornehmt, dies im nächsten Jahr wirklich zu erledigen. Silvester ist wie ein Neuanfang, den man durchaus nutzen sollte um mit sich zumindest kurze Zeit ins Reine zu kommen.
Erzähler schnaubt laut ins Taschentuch und schluchz gespielt: Das rührt mich zutiefst.
Saskia: Irgendwie hat er recht…
Ju: Es ist durchaus interessant, was man alles in einen Tag reininterpretieren kann.
Hanna: Aber es kann doch nicht so sein, dass man Silvester total depressiv zu Hause sitzt und sich über das letzte Jahr den Kopf zerbricht. Sollte es nicht gefeiert werden, wenn etwas Neues beginnt?
Bella: Genau! Man feiert schließlich auch die Geburt eines Kindes und dieses Kind ist auch neu. Es ist sogar ein neues Leben.
XXX: So habe ich das irgendwie noch nie gesehen.
Anne: Ich denke, man müsste beides vereinen. Dass man nicht nur sinnlos Party macht und sich betrinkt, wie manch einer ein Blick zu David, sondern dass man auch noch mal über das letzte Jahr nachdenkt, sich dann aber nicht an die ganzen Sachen klammert, die man falsch gemacht hat, sondern sich hauptsächlich an den schönen Dingen orientiert.
Zustimmendes Nicken
Alia: Dann lasst uns doch alle zusammen nun diesen Neujahrstag feiern.
XXX: Neujahrstag? Wir sind doch noch im alten Jahr. Zumindest zwei Sekunden.
Alia: Äh?
Erzähler: Du hast ihnen noch nicht gesagt, dass du vorhin die Zeit angehalten hast.
XXX: Ups.. Also ich habe vorhin die Zeit angehalten. So haben wir alle noch 2 Sekunden.
Ju: Hier nimm dir das Glas und stell den Countdown wieder an!
Rowena: 2 –
ALLE: 1 – 0 – Frohes Neues!
Man fällt dem Nächstbesten um den Hals
11. Szene – Alle
Grüppchenbildung (1. Gruppe: Nils, Shiva, Mariuz – 2. Gruppe: Hanna, Saskia, Ju, 3. Gruppe: Bianca, Daniel, Alia, Kevin – 4.Gruppe: Äläks, Fino, Bella .. andere über den Raum verteilt, sehen aus, als würden sie sich ohne Stimme (!) lebhaft unterhalten)
1.Gruppe:
Shiva: Wisst ihr noch unsere Geburtstagsparty im Sommer?
Mariuz: Ja, die war echt tollo!
Nils: War toll, dass du da trotz deiner Chinesin aufgetaucht bist.
Shiva lacht : Auch wenn er dann gleich wieder mit Ju verschwunden ist.
2.Gruppe:
Ju: Na Hanna? Hat sich dein Orientierungssinn verbessert?
Hanna: Wieso? Der war immer gut!
Saskia: Ja, besonders gut war er letztes Jahr, als wir einmal mitten in der Nacht im Mauerpark auf dich gewartet haben und du mit Benny zum Humboldthain gelaufen bist..
3.Gruppe:
Daniel: Wir müssen unbedingt nochmal nach Köln.
Bianca: Na ja, bis auf die Polizei find ich da alle ziemlich unfreundlich.
Kevin: Aber es war doch trotzdem total lustig..
Alia: Stimmt. Das CT war zwar völlig ungeplant, aber man könnte sich das echt überlegen nochmal hinzufahren.
Bianca: Aber mit mehr Geld, die Bahnpreise sind dort ziemlich heftig.
Daniel: Dann wisst ihr ja, was ihr zu tun habt: sparen!
Alia: Das ist mal ein guter Vorsatz fürs neue Jahr.
4.Gruppe:
Fino: Boah, die Ärztekonzerte letztes Jahr waren so der Hammer.
Äläks: Ja, stimmt. Gehst du eigentlich auf’s WIZO-Konzert?
Fino: Klar. Ich weiß aber noch nicht, für welches ich Karten kriege.
Äläks: Wie wär’s, wenn wir einfach am 28.2. in Berlin gehen?
Bella: Das wär toll, aber ich hab da keine Ferien..
Fino: Dann gehen wir eben gemeinsam auf ein Ärztekonzert. Das wird sicher richtig geil.
Erzähler: So gedachte man ans letzte Jahr und schmiedete Pläne für das neue. Im Laufe der Nacht, stieg dann aber doch noch der Alkoholpegel. Es wurde auf Bruderschaft getrunken Im Hintergrund trinken Hanna und XXX überkreuz, getanzt Im Hintergrund tanzen Sven und Ju, gesungen Aus dem Hintergrund erklingen Biancas und Alias Stimmen mit Lemon Tree und gelacht Lea, Kevin und Daniel amüsieren sich köstlich und lachen laut. So wurde aus dem Anfangs ruhigen Silvester doch noch etwas ..äh.. Lautes. Ohne mich wäre dies zwar nie geglückt, aber gedankt wird wahrscheinlich eh nur wieder dem Silvesteralien. Doch heut ist nicht das Ende aller Tage, ich komme wieder, keine Frage. Doch bis dahin, wünsche auch ich, ein frohes neues Jahr.


Der Engel

1.Dezember
„Hallo Flori! Na? Was war heute in deiner Muschel drin? Bei mir war es ein kandierter Hering!“ strahlt Susanna ihre Freundin an. „Ich habe keinen Weihnachtskalender“, antwortet Florentine etwas genervt. „Wie kommt das denn?“, Susanna schaut ganz verdutzt. Alle die sie kennt haben einen Kalender. Sogar ihre alte Uroma schwört auf ihren alten Muschelkalender. Dieser ist zwar schon so alt, dass die Hälfte der Muscheln zerbrochen ist und man schon bevor man in eine reingreift weiß, was sich in ihr befindet, doch das stört die Uroma nicht, denn sie ist schon halb blind. Es stört sie auch nicht, dass sie ihren Kalender selber füllt und eigentlich wissen müsste, was in ihm drin ist, denn sie ist nicht nur fast blind, sondern auch etwas sehr vergesslich, was aber bei ihren 137 Jahren nicht sonderlich ungewöhnlich ist.
„Falls du es vergessen hast: Ich hasse Weihnachten und ich werde diesen Quatsch in keinster Weise mitmachen!“ „Das wird sicherlich schwer. Schließlich haben wir ab morgen eine zweiwöchige Klassenreise zu den Meereswichteln.“ „Ich sag meiner Mutter einfach, dass es mir nicht gut geht!“, murmelt Florentine und schwimmt von Susanna weg. Sie will sich nicht weiter mit ihr über Weihnachten unterhalten. Außerdem hat sie Mackie gesehen und hat mehr Interesse daran, sich mit ihm über das letzte Konzert der Frischen Flossen zu unterhalten.

2.Dezember
„Flori! Aufstehen! Heute geht es ins Weihnachtscamp!“, ruft es durch die Tür von Florentines kleiner Kajüte. Florentine schaut an die Decke und betrachtet den kaputten Stuck. „Jetzt steh endlich auf!“, die Kajütentür wird aufgerissen und die Mutter steht im Zimmer. „Mama, mir geht es nicht gut.“, jammert Florentine so überzeugend wie möglich. „Nein Kindchen so nicht. Ich weiß, dass du da nicht mitfahren möchtest, aber du wirst dahin fahren. Dein Vater und ich haben keine Zeit dir eine angenehme Weihnachtszeit zu bereiten und deswegen ist das Camp eine gute Möglichkeit!“ „Mama, es ist für mich das Angenehmste, wenn ich hier bleibe und niemand erwähnt, dass bald Weihnachten ist!“ Doch die Mutter lässt sich davon nicht beirren. Sie beginnt ihre Sachen aus dem algigen Schrank zu werfen und sagt mit bestimmter Stimme: „In fünf Minuten bist du angezogen, sonst gibt es Ärger.“ Florentine steht auf und sie bemerkt, dass es ihr gar nicht gut geht. Ihr ist sehr mulmig im Bauch, aber ihre Mutter würde es ihr sowieso nicht glauben. Also zieht sie sich ihre Sachen an, nimmt ihre Tasche und verlässt das gesunkene Schiff.

3.Dezember
„Aufwachen liebe Schüler! Wir haben so eben das Weihnachtscamp erreicht!“, ruft die laute Stimme von Frau Kaltwasser. „Ich bin begeistert!“, murrt Florentine. Ihr geht es immer noch schlecht. Ihr Bauch tut sehr weh und sie schwitzt, obwohl es nicht sonderlich warm zu sein scheint. Susanna, die bis eben geschlafen hat, schaut sie entsetzt an: „Mein Gott Flori! Du bist ja weißer, als der weißeste Hai! Frau Kaltwasser, kommen sie schnell! Ich glaube, Flori ist krank!“ „Schlau geschlussfolgert.“, grummelt Florentine. „Was hast du denn Kleine?“ „Mir ist heiß und mein Bauch tut wahnsinnig weh!“ „War das gestern schon so?“ „Ja, aber meine Eltern dachten, ich wolle mich vor dem Camp drücken.“ „Ach herrje.. Ich werde mich erkundigen, ob es hier eine Krankenstation gibt. Wenn nicht, müssen wir dich leider zurückschicken.“ „Das wäre natürlich sehr tragisch..“, entgegnet Florentine. Daraufhin fällt sie in einen traumlosen Schlaf.







4.Dezember
Florentine öffnet die Augen. Sie starrt diesmal nicht auf den kaputten Stuck in ihrem Zimmer. Verwirrt darüber schreckt sie auf. Alles um sie rum ist weiß und aus Stein. Sie will aufstehen, aber dazu ist sie zu schwach. Plötzlich betritt eine in weiß gekleidete Frau den Raum. „Guten Morgen Florentine. Ich bin Schwester Beate. Ich kümmere mich so lange um dich, bis dein Fieber gesunken ist.“ Misstrauisch beäugt Florentine diese Person. Sie versucht zu rekonstruieren, was ihr widerfahren ist, aber ihre Gedanken werden durch die Schwester unterbrochen. „Hier trink das, dann geht es dir in einigen Tagen sicher besser.“ Sie nippt vorerst vorsichtig an dem gerosteten Kelch. Als sie bemerkt, dass die rote Flüssigkeit in ihm gut schmeckt, schluckt sie ihn schnellstmöglich herunter. Danach beginnt ihr Körper sich schwer anzufühlen. Sie schließt die Augen und schläft ein.

5.Dezember
„Ich mache mir große Sorgen um die Kleine!“ Florentine erkennt die Stimme. Sie stammt von Schwester Beate. „Sie ist so schwach und seitdem sie gestern das Krakenblut getrunken hat, ist sie nicht mehr aufgewacht. Wir sollten ihre Eltern informieren.“ Die Stimme von Schwester Beate klingt besorgt. Florentine möchte sich bemerkbar machen und sagen, dass es ihr besser geht, doch sie ist viel zu schwach. Selbst ihre Augen zu öffnen ist sie nicht in der Lage. Eine Männerstimme antwortet, auf die Schwester: „Ich habe schon versucht ihre Eltern zu erreichen, aber diese sind geschäftlich verreist und nicht zu sprechen. Zumindest gab mir diese Auskunft die Haushälterin.“ „Aber so kann es doch nicht weitergehen. Das Mädchen stirbt uns doch.“ Florentine bekommt Angst. Muss sie nun allein sterben? Kann ihr niemand helfen? Und alles nur, weil ihre Eltern dachten, sie wolle nicht in dieses Camp? Das kann nicht wahr sein. Mit Tränen in den Augen verfällt sie wieder in ihre Träume.

6.Dezember
Es ist Nikolaus. Florentine ist nun schon zwei Stunden wach. So lange war sie seit ihrer Ankunft im Camp nicht mehr hintereinander wach. Sie ist stolz auf sich. Nun muss sie sicher nicht mehr sterben. Trotzdem geht es ihr nicht wirklich gut. Ihr Fieber ist zwar geringer geworden, aber wirklich gut geht es ihr immer noch nicht. Ihr Bauch schmerzt weiterhin wie am ersten Tag und die Leckerein, die sie heute auf ihrem Nachtisch gefunden hat, haben dadurch absolut keinen Reiz auf sie. Der kleine Zettel, den sie ebenfalls fand, jedoch umso mehr. Mackie hat ihn ihr geschrieben:
Hallo meine Lieblingsflosse,
wie ich hörte geht es dir nicht gut. Um dich etwas aufzumuntern haben Sanna und ich dir ein paar Süßigkeiten aus der Fabrik reingelegt. Ich und auch Sanna hoffen, dass es dir bald besser geht. Ob du es glaubst oder nicht, die Arbeit hier macht absoluten Spaß und die Meereswichtel sind total nett.
Liebe Grüße dein Mackie
Ja, dieser Brief hatte ihr sehr gute Laune gemacht. Sie hätte sich beinah gewünscht im Camp mithelfen zu können, daraufhin hatte sie sich aber furchtbar vor sich selbst geekelt und diesen Gedanken verworfen. Und da man am besten verwerfen kann, wenn man schläft, setzte sie dieses Prinzip auch erfolgreich um.








7.Dezember
Florentine ist langweilig. Ihr geht es schon besser, aber zum Aufstehen fühlt sie sich immer noch nicht bereit. Gegessen hat sie auch noch nichts Richtiges. Sie bekommt immer nur dieses komische Krakenblut. Danach fühlt sie sich meistens besser. Schwester Beate betritt den Raum. „Schwester, sagen Sie, wie kann es sein, dass ich kein Hunger- oder Appetitsgefühl habe?“, fragt Florentine neugierig. „Das Krakenblut, welches du täglich bekommst, hat viele Nährstoffe. Besser gesagt, es hat alle Nährstoffe die du brauchst. Dein Körper ist somit blendend versorgt. Dazu haben wir etwas fiebersenkendes Mittel gemischt. Dadurch schläfst du auch meistens ein, wenn du es getrunken hast!“, antwortet die Schwester freundlich und füllt in den rostigen Kelch wieder etwas Krakenblut. „Wie lange glauben sie, muss ich noch auf der Station liegen?“ „Das kann ich dir leider nicht sagen, aber da es dir von Tag zu Tag besser zu gehen scheint, wahrscheinlich nicht mehr all zu lange.“, antwortet die Schwester lächelnd und reicht ihr den Kelch.

8.Dezember
Florentine ist so langweilig, dass sie schon alle Muscheln der weißen Gardine gezählt hat. Es sind genau 154. Sie hat sogar zwei Mal nachgezählt und ist sich nun sicher, dass dies die richtige Zahl ist. Was soll sie heute machen? Sie könnte endlich auf Mackies Briefchen antworten. Ob die Schwester es ihm bringen würde? Schließlich hat sie diese schon mit allen möglichen Fragen gelöchert. So weiß sie nun, dass es in dem Camp 350 Meereswichtel gibt, wovon nur 110 Frauen sind. In diesem Camp werden für den ganzen Atlantik die Weihnachtsgeschenke zusammengestellt. Alle paar Wochen kommen Schulklassen, Studenten oder sonstige Vereine und unterstützen die kleinen Wichtel. Ihre Klasse hat sehr viel Glück, schließlich dürfen sie kurz vor der Weihnachtszeit den Wichtel helfen und dies ist bei weitem die spannendste Arbeit. Nein, sie wird die Schwester nicht fragen, ob sie Mackie den Brief geben könnte. Das wäre zu peinlich, nachdem sie sie schon den halben Vormittag von ihrer Arbeit abgehalten hat..

9.Dezember
14.21Uhr …14.22Uhr … 14.23Uhr Florentine hat sich entschieden. Sie wird Mackie jetzt schreiben. Sie hat heute den ganzen Vormittag die Schwester nicht belästigt. Sie ist zwar absolut durstig und hat nochmals die Muscheln der Gardine gezählt, doch nach der Schwester hat sie nicht gerufen. Ja, das macht sie stolz. Lieber Mackie Nein, das klingt blöd. Sie zerknüllt den Zettel und beginnt von vorn: Hallo Mackie,
mir geht es schon wieder viel besser. Morgen darf ich essen und in einigen Tagen, soll ich hier rauskommen. Ich freue mich schon, euch helfen zu können, denn mir ist so langweilig.
Grüß bitte Sanna von mir! Deine Flori
Irgendwie ist sie unzufrieden mit dem Brief, aber leider fällt ihr nichts Besseres ein.
Sie wird ihn beim Abendbrot einfach der Schwester geben. Er wird sich sicher freuen.












10.Dezember
Nein, natürlich hat Florentine den Brief nicht Schwester Beate mitgegeben. Sie fand ihn peinlich und hat deswegen einen neuen geschrieben. Nun gut, einen neuen ist untertrieben. Insgesamt 17 neue. Ihr Papier ist schon fast alle. Auf den letzten Papierzipfel krakelt sie:
Hallo Mackie,
entschuldige, dass ich dir erst so spät antworte, aber ich wusste nicht, was ich dir schreiben sollte, denn hier passiert einfach nichts. Ich hoffe, du und Sanna haben weiter Spaß im Camp. Ich weiß immer noch nicht, wann ich die Krankenstation verlassen kann, Ich denke oft an euch beide. Grüß mir bitte Sanna ganz lieb.
Deine Flori
Auch mit diesem Brief ist Florentine nicht zufrieden. Er klingt so kitschig mit „Ich denke oft an euch beide.“ Das ist nun wirklich peinlich. Sie will ihn schon wieder zerknüllen, da kommt Schwester Beate herein: „Florentine heute war ein Junge namens Mackie da und er hat mich gefragt, ob er dich besuchen kann. Der Arzt meinte, dass er damit noch warten solle. Das hat den Jungen traurig gemacht und er hat mich gefragt, ob du ihm nicht geschrieben hättest. Als ich meinte, dass ich keinen Brief hätte, ist er traurig gegangen..“ Florentine wird ganz schlecht und diesmal nicht wegen ihrer Krankheit. Sie reicht Schwester Beate den letzten von ihr geschriebenen Brief und sagt leise: „Bitte geben Sie ihm den.“

11.Dezember
Florentine wird wach. Hat sie gerade richtig gehört? Weint hier jemand? Ja. Sie hört es ganz deutlich. Ein lautes Schluchzen ertönt. Da liegt ein kleiner Junge, nicht älter als 10, in ihrem Zimmer. „Wer bist denn du?“ „Hannes“, quäkt der Kleine. „Und warum bist du hier?“ „Ich hab mir meine Flosse gebrochen!“, heult er laut auf. „Na so schlimm ist das doch nicht. Die wächst wieder zusammen. Mir ist das auch schon mal passiert.“ „Darum geht es doch gar nicht! Ich bin hier im Weihnachtscamp und kann nicht mehr helfen. Ich will helfen! Ich hab mich doch so darauf gefreut.“ „Wie kann man sich denn freuen zu arbeiten?“, fragt Florentine erstaunt. Sie hatte sich schließlich gar nicht auf das Camp gefreut und irgendwie war ja auch alles ziemlich dumm gelaufen. „Es ist doch wunderschön zu wissen, dass wenn Weihnachten die Geschenke ausgepackt werden, irgendwer im Atlantik sein Geschenk nur wegen dir bekommt! Ich mache damit jemanden glücklich. Ich finde das schön.“, strahlt der kleine Junge. „Aha. Aber auch ohne dich werden die Menschen Weihnachten glücklich sein. Du bist dafür unwichtig.“ „Ich mag dich nicht. Du bist blöd.“, der Junge dreht sich zur Seite und weint weiter.

















12.Dezmber
„Florentine, da ist Besuch für dich!“, ruft Schwester Beate ins Zimmer. Florentine würde am liebsten dem Besuch entgegenschwimmen. Ihr war schon wieder so langweilig, denn Hannes, spricht seit dem ersten Gespräch nicht mehr mit ihr. Mackie und Susanna betreten den Raum. Florentine strahlt über das ganze Gesicht: „Wie schön euch zu sehen!“ „Oh dir scheint es ja wieder gut zu gehen.“, jubelt Sanna. „Ja! Ich durfte heute zum ersten Mal wieder etwas Essen!“ „Echt?“, fragt Mackie, „Dann ist ja mein Geschenk doch nicht überflüssig. Er zieht einen kandierten Tentakel aus seiner Tasche und gibt ihn Florentine. „Wie lieb!“, freut sich Florentine und steckt ihn sich sogleich in den Mund, „Und wie ist es so?“ „Ach sehr anstrengend, aber es macht ungeheuren Spaß. Es tut mir so leid für dich, dass du nicht mehr viel davon mitbekommen wirst, denn schließlich reisen wir schon in drei Tagen ab.“, antwortet ihr Sanna. So schnell ist die Zeit vergangen? So lange ist sie schon krank? Irgendwie macht es sie sehr traurig, nicht wenigstens einen Tag mithelfen zu können. Dies würde sie aber nie zugeben. „Na so schlimm finde ich es nicht. Hab eh nie was von diesem Camp gehalten!“ „Die Flori ist wieder die Alte“, grinst Mackie verschmitzt, „hab mir schon Sorgen gemacht nach deinem sentimentalen Brief.“ Florentine wird rot. „Ach was, war nicht so gemeint. Ich hab mich sehr gefreut.“, lacht Mackie. Susanna wirft einen Blick auf die Uhr: „Sorry Flori, aber wir müssen wieder los. Wir hatten nur gerade Mittagspause und sind deswegen vorbeigekommen!“ „Schon okay“, murmelt die immer noch etwas rote Florentine. Die beiden drücken sie noch mal und gehen dann. „Du hast nette Freund“, ertönt eine Stimme vom Nachbarbett. „Ja, ich weiß!“, sagt Florentine, aber es kommt kein weiterer Kommentar von Hannes.

13.Dezember
Florentine wird wach. Neben ihr weint es schon wieder. Sie ist genervt, zieht sich die Decke über die Ohren, aber selbst wenn sie will, kann sie das Weinen nicht überhören. Was soll sie tun? Wenn sie etwas sagt, wird er sofort wieder still sein und so tun als wäre nichts gewesen. Na ja, eigentlich will sie das, aber sie traut sich einfach nicht. Florentine bewegt sich langsam. Sie schwimmt leise aus ihrem Bett heraus und greift in ihr Nachttischfach. Dort sind noch einige Bonbons vom Nikolaus. Sie nimmt zwei raus und schwimmt zu Hannes. „Hey Kleiner“, sie streicht ihm über den Kopf, „hör auf zu weinen. Du kannst sicher nächstes Jahr noch mal hier Geschenke einpacken!“ „Du hast doch keine Ahnung.“, schluchzt der Kleine, „Ich würde viel lieber Freunde haben wie du!“ „Wir können doch Freunde werden!“, sagt Florentine und fragt sich noch in dem selben Augenblick, ob sie das Richtige gesagt hat. „Ich will richtige Freunde und nicht jemanden, der Mitleid mit mir hat.“ Hannes dreht sich weg und bleibt ruhig. Florentine verharrt noch einen Moment neben seinem Bett, bis sie sagt: „Ich leg dir ein paar Bonbons hin. Nimm sie dir und überleg es dir noch mal.“ Irgendwie mag sie den kleinen Kerl. Sie schwimmt wieder in ihr Bett und denkt noch lange nach.

14.Dezember
Florentine hatte heut ein Buch auf dem Nachtisch liegen. Susanna war morgens da gewesen und hatte ihr es hingelegt, jedoch war sie aufgrund der nächtlichen Begebenheit nicht wach gewesen. Es ist ein Buch über eine junge Frau, deren Wunsch es ist Weihnachtsmann zu werden. Als Frau ist das sehr problematisch und deswegen verkleidet sie sich als Mann. Irgendwann kommt es heraus und sie wird das erste Christkind. Es ist ein typisches Weihnachtskinderbuch, aber es ist so schön beschrieben, warum dieses Mädchen unbedingt die Menschen beschenken möchte, dass Florentine zum ersten Mal versteht, wieso es dieses Weihnachtscamp gibt. „Nun aber Licht aus!“, ruft Schwester Beate. Florentine hat doch tatsächlich bis abends um 22Uhr gelesen. Sie knipst das Licht aus und sagt im Dunkeln zu Hannes: „Hey Kleiner, ich glaube, ich hab verstanden, was du neulich meintest“. Daraufhin erzählt sie ihm die Geschichte, die im Buch stand. Obwohl sie nicht weiß, ob er überhaupt noch wach ist, erzählt sie die Geschichte nach ...

15.Dezember
Heute ist der 15.Dezember. Heute geht es nach Hause. Das ist das Erste, was ihr einfällt als sie die Augen aufschlägt. Sie dreht sich um und stellt fest, dass Hannes endlich die Bonbons von ihr gegessen hat. Nun weiß sie, dass er ihr gestern Abend zugehört hat. Schade, dass sie nun gehen muss, aber sie nimmt sich fest vor, dass sie Hannes schreiben wird. Ja genau, eine richtige Brieffreundschaft soll es werden. Da geht die Tür auf und Schwester Beate kommt herein. „Guten Morgen ihr Zwei! Florentine, der Doktor möchte sie sprechen.“ Florentine steht auf und folgt der Schwester zum Zimmer des Doktors. „Hallo Florentine, Sie werden, wie Sie wissen, heute entlassen, jedoch werden sie nicht nach Hause zurückkehren. Ihre Eltern haben mich benachrichtigt, dass sie vor Weihnachten nicht nach Hause zurückkehren werden. Deswegen sollen sie hier bleiben. Schließlich haben Sie noch nicht an der Arbeit teilnehmen können, die Sie sicher gerne gemacht hätten und da sie Ferien haben, können Sie es leicht nachholen. Ich hoffe, das ist für Sie ok.“ Florentine ist wie betäubt. Sie soll allein in diesem Camp bleiben? Sie wird sich ja zu Tode langweilen! Sie schwimmt zurück in ihr Zimmer. Das erste, was sie dort sieht ist ein Zettel und Hannes sagt leise: „Ich hab dir meine Adresse aufgeschrieben. Schade, dass du nun weg musst.“ Florentine steigen Tränen in die Augen und sie berichtet ihm, was sie soeben erfahren hat.

16.Dezember
„Florentine, ich hoffe du hast schon gepackt! Du kommst heute in ein Schiff zu den anderen Jugendlichen.“ „Ich möchte nicht.“ Schwester Beate schaut sie verdutzt an: „Dir war doch hier immer so langweilig? Willst du denn nicht neue Leute kennenlernen?“ „Doch, aber ich möchte nicht, dass Hannes sich so langweilt wie ich am Anfang.“ „Du wirst eh nur noch abends und morgens Zeit haben um mit ihm zu reden.“ „Das reicht doch vollkommen. Ich kann ihm dann erzählen, was ich erlebt habe. Er würde hier so gerne arbeiten. Lassen sie mich doch einfach für ihn arbeiten.“ Ja, Florentine war die Arbeit egal, aber sie wollte für Hannes Wunsch umsetzen, wenn er schon nicht dazu in der Lage war. Sie wollte ihm das Gefühl geben, dass er die Geschenke für die Menschen einpackt und sie wegen ihm glücklich sind. „Nun gut. Ich werde mit dem Doktor reden, oh das Bett von dir gebraucht wird. Morgen fängst du dann an zu arbeiten.“

17.Dezember
Natürlich wurde das Bett nicht gebraucht und Florentine konne auf der Krankenstation bleiben. Heute war sie schon um 7Uhr aufgestanden, hatte sich schnellstmöglich angezogen und war losgeschwommen. Sie hatte noch nichts von der ganzen Campanlage gesehen und war deswegen einfach dem Schwarm der anderen Wassermenschen gefolgt. Diese strömten alle in eine riesige Halle in der sich wahnsinnige viele Rollbänder befanden. Jeder von den Menschen hatte einen Arbeitsplatz der aus einem Korb mit Geschenken bestand und einem Schrank, in dem sich ca. 100verschiedene Geschenkbänder und -papiere befanden. Was fertig war, wurde auf das Fließband gestellt und wanderte in ein riesiges Netz. Florentine hatte einen Meereswichtel gefragt, wo sie hin solle und der hatte sie an einen Platz gestellt. Es stellte sich bald heraus, dass man nicht nur einpacken musste, sondern auch Grußkarten schreiben musste. Es gab also zu jedem Spielzeug einen Namen und eine Information, die man nett in ein Briefchen verpacken musste. Den ganzen Tag hatte sie gearbeitet. Es hatte ihr wahnsinnig Spaß gemacht. Sie hatte sich zu jeder Information eine Geschichte von einem Menschen ausgemalt und sich über jedes Geschenk, was sie verpackt hatte wahnsinnig gefreut. Nun war es 23Uhr. Glücklich und todmüde machte sie sich auf den Weg zum Krankenzimmer. Als sie ins Zimmer kam, schlief Hannes leider schon. Trotzdem war es der erste Tag in der Weihnachtszeit, wo Florentine mit einem Lächeln im Gesicht einschlief.



18.Dezember
Florentine summt „Stille Nacht, heilige Nacht“ vor sich hin und ist zum ersten Mal so richtig in Weihnachtsstimmung. Sie hat heut morgen Hannes zwar nicht wach angetroffen, aber sie hat sich vorgenommen ihm heute ein paar Bonbons mit Kaviarfüllung mitzubringen. Ihr Korb ist schon fast leer. Nur noch zwei Geschenke finden sich drin, das eine ist eine Meerjungfraupuppe, die sie schnell in ein Paket steckt und mit einem Seestern verziert. Der Gruß fällt sehr kurz aus, denn das Mädchen kann noch nicht lesen. Nun nur noch ein Kugelfischteddy, der sie mit den niedlichen Kieselsteinaugen anschaut. Sie bindet ihm ein rotes Band um und sieht auf ihren Grußzettel auf dem als einziger Name „Hannes Haiflosse“ nicht durchgestrichen ist. Florentine wird schlagartig bewusst, dass dieses Geschenk für den kleinen Hannes in ihrem Zimmer ist, denn schließlich steht auf seinem Krankenbett auch „Haiflosse“. Durch den Schreck hatte sie doch glatt vergessen ihr Lied weiter zu summen, doch das beginnt sie sofort wieder und schaut neugierig auf ihren Zettel mit den Informationen. Dort steht: Hannes Haiflosse, 9Jahre alt, Waise, fühlt sich oft einsam und wünscht sich einen Freund. Florentine erschrickt. Der kleine ist Waise? Das erklärt einiges. Sie greift zur Krake und schreibt. Lieber Hannes, wie ich weiß, hast du dir immer einen Freund gewünscht. Bob, der Kugelfisch wird dir nun hoffentlich auf deinen Wegen etwas Gesellschaft leisten. Er ist genauso einsam wie du, denn er wurde durch unglückliche Umstände von seinen Eltern und Geschwistern getrennt. Wie du siehst, habt ihr also viel gemeinsam. Frohe Weihnachten an euch beide. Ein Meereswichtel
Zufrieden betrachtet sich Florentine nochmals das Geschenk und entscheidet sich dann, dass sie es ihm selber schenken möchte. Sie stopft den Plüschkugelfisch unter ihre Kleidung und verlässt so schnell wie möglich die Halle.

19.Dezember
„Haben Sie denn wirklich keinen Schwimmstuhl?“, fragt Florentine noch einmal. „Doch einen, aber der ist kaputt.“, antwortet die etwas genervte Schwester Beate. „Ist es möglich ihn zu reparieren?“, Florentine lässt einfach nicht locker. „Ja es ist möglich. Die Utensilien sind vorhanden, nur niemand hatte bisher die Zeit sich darum zu kümmern.“, antwortet Schwester Beate, der diese Tatsache anscheinend sehr peinlich ist. „Ich habe eigentlich auch nicht die Zeit, aber ich würde Hannes so gerne eine Freude machen und ihn morgen in die Halle mitnehmen. Dann könnte er mit mir Weihnachtslieder singen und mir helfen, die passenden Bänder für die Geschenke auszusuchen. Es wäre sicher für ihn wesentlich schöner, als alleine im Zimmer zu liegen. Ich bräuchte nur diesen einen Tag frei.“ „Florentine, wie stellst du dir das vor? Es ist kurz vor Weihnachten! Du bist doch eingeplant!“, Schwester Beate schaut verständnislos. „Ich werde, wenn es sein muss, morgen auch noch die ganze Nacht durcharbeiten. Ich werde die Anzahl der Geschenke schaffen. Nur bitte, entschuldigen Sie mich für heute.“ Schwester Beate zieht ihre Stirn kraus und murmelt dann: „Okay, für heute bist du offiziell krank, aber länger, mache ich das nicht mit.“ „Danke!“, Florentine fällt ihr um den Hals, „Sie sind echt die Beste!“











20.Dezember
Florentine ist heute noch früher aufgestanden als sonst, schließlich will sie die Überraschung für Hannes holen, an der sie so lange gearbeitet hat. Es war schwieriger als sie gedacht hatte, doch nun hat sie es geschafft: Der Schwimmstuhl ist fertig. Leise schiebt sie ihn ins Zimmer und weckt Hannes sanft. Hannes ist noch viel zu müde um zu verstehen, was ihn da erwartet, doch nach einer kurzen Erklärung ist er putzmunter und überglücklich. So starteten beide zusammen zur Halle. Das fahren des Monstrums schien Florentine einige Probleme zu bereiten, doch sie lies sich nichts anmerken und schob es tapfer gegen den Strom an. Bei der Arbeit hatten sie dann wahnsinnig viel Spaß. Sie sangen zusammen und er half ihr tatkräftig, so schafften sie bis 23Uhr fast das doppelte Pensum. Als alle anderen Helfern schon die Halle verlassen hatten und sie ganz alleine waren um die restliche Arbeit zu erledigen, begann Hannes mit seiner engelsgleichen Stimme „Es ist ein Ros’ entsprungen“ zu singen und Florentine war so sehr gerührt darüber, dass sie kurzzeitig ihre Arbeit zur Seite legt um den Gesang völlig auf sich wirken zu lassen.

21.Dezember
Um zwei Uhr nachts waren die beiden nach Hause gekommen, doch pünktlich um 7Uhr waren sie wieder angezogen und machten sich bereit für die Arbeit. Am frühen Nachmittag war der Korb aber schon leer, da sie schließlich mit vereinter Kraft arbeiteten.
Die beiden entschlossen sich daraufhin einen Rundgang durch die Weihnachtscampanlage zu machen. Florentine war nun schon viel geübter im Umgang mit dem Schwimmstuhl und so konnte sie auch auf andere Dinge konzentrieren. Über die Anblicke, die sich ihr in der Campanlage boten, konnte sie nur staunen: Es gab riesige Hallen, wo ständig Meeresbewohner hektisch herein und heraus schwammen. Über diesen Bereichen stand „Informationsbehörde“ und von dort hatte wohl Florentine auch ihre Zettel auf denen etwas Persönliches über die Leute stand, für die sich Geschenke einpackte. Sie fanden auch noch Geschenkpapiereinfärbehäuser und Geschenkbänderknüpfhallen. Die ganze Anlage war so riesig, dass sie als es dunkel wurde, noch längst nicht alles gesehen hatten. Letztendlich hatten sie aber noch einen Tag, in dem sie es noch schaffen könnten die Anlage vollständig zu besichtigen.

22.Dezember
Heute hatten sie sich noch die restlichen Anlagen und Hallen angesehen. So hatten sie eine nette Traneria gefunden und die Wohnanlagen der Meereswichtel besucht sowie mit ihnen gesprochen. Nach diesem schönen Tag war Hannes sehr müde gewesen, sodass er schon sehr früh einschlief. Florentine jedoch konnte nicht schlafen und entschloss sich deswegen einen Brief an ihre Eltern zu verfassen, den sie heute noch mit der Haieilpost schicken würde.
So setzte sie sich hin und begann: Liebe Eltern,
es war keine falsche Entscheidung mich hier her zu schicken, obwohl ich dies anfangs anders sah. Ich habe hier einen kleinen Waisenjungen kennengelernt, der mir gezeigt hat, wie schön die Weihnachtszeit sein kann, wenn man anderen eine Freude macht. Ich möchte diesen Jungen ebenfalls eine Freude machen. Wäre es möglich, wenn wir den Kleinen zu Weihnachten einladen? Er wird sonst dieses Weihnachten ganz allein auf der Krankenstation des Weihnachtscamps sein.
Ich hoffe ihr erfüllt mir diesen Wunsch. Es wäre mir sehr wichtig.
Eure Flori
Sie verließ leise die Krankenstation und steckte den Brief bei der Poststelle einem Hai in den Mund. Sie hoffte, dass der Hai die Eltern noch rechtzeitig an ihrem Arbeitsort erreichen würde, denn morgen würden diese sonst, wie Florentine, zurück in ihre Kajüte kehren und den Brief nicht erhalten können.





23.Dezember
23.Dezember – Abreise. Dieses Wort hat nicht mehr den Reiz, den es einst hatte, als Florentine in das Camp kam. Nun würde sie am liebsten hier bleiben, doch dass das nicht geht ist ihr bewusst. Sie hatte sich heute schon sehr früh aus ihrem Zimmer geschlichen, da sie Angst hatte sich von Hannes zu verabschieden. Die Angst, dass die Eltern ihn nicht zu Weihnachten bei ihnen haben wollten, stieg in ihr hoch. Dann würde sie den kleinen Hannes wohl nie wieder sehen. Doch für diesen Fall, hatte sie ihm den kleinen Kugelfisch und einige Süßigkeiten aufs Bett gestellt. Nun saß sie im kalten Wasser und wartete auf ihren Bus. Sie hätte sich auch gern von der lieben Schwester Beate verabschiedet, doch irgendwie brachte sie das alles nicht übers Herz.
Es war abends geworden. Der Bus war wesentlich schneller geschwommen, als der Schulbus mit dem sie ins Camp gefahren waren. Ein bisschen freute sich Florentine nun doch auf zu Hause, aber diese Freude erhielt einen Dämpfer, als sich rausstellte, dass ihre Eltern immer noch nicht angekommen waren. Traurig legte sie sich in ihre Kajüte schlafen und fühlte sich sehr einsam ohne das regelmäßige Atmen aus dem Nachbarbett.

24.Dezember
Florentine wird wach, denn die Sonne schickt ihre penetranten Strahlen durch ihr Bullauge. Sie steht auf und ihr fällt ein, dass heute ja Weihnachten ist. Hastig schwimmt sie in die Küche. Sind ihre Eltern zurück? Werden sie ihr ihren Wunsch erfüllen? Haben sie ihren Brief überhaupt bekommen! All diese Dinge schwirren Florentine durch den Kopf, doch das Einzige, was sie in der Küche findet ist ihr Scampimüsli und die Haushälterin. „Sind Mama und Papa noch nicht da?“, fragt Florentine erstaunt. „Wie du siehst, sind sie nicht da“, Frau Süßalge scheint wieder bestens gelaunt zu sein. Florentine wird nervös. Was soll sie nun machen? Am besten schwimmt sie bei Susanna vorbei. Sie schnappt sich ihre Sachen und schwimmt hastig los.
Bei Susanna angekommen, empfängt sie eine sehr verdutzte Mutter. Auch Susanna ist sehr verwundert, das am Weihnachtsmorgen Besuch kommt und dann auch noch Florentine, die doch sonst Weihnachten immer in einer möglichst dunklen Kajüte sitzt. „Sanna, ich muss dir unbedingt was erzählen!“, und wie ein Wasserfall sprudelt es aus Florentine heraus. Sie berichtet von dem kleinem Waisen Hannes und ihrem Wunsch, dass er doch Weihnachten bei ihnen verbringen solle. „Und was ist nun das Problem? Haben deine Eltern nein gesagt?“, fragt Sanna, die die ganze Aufregung nicht versteht. „Meine Eltern sind nicht da!“, heult Florentine auf. „Die werden schon noch rechtzeitig kommen.“, versucht Susanna ihre Freundin zu beruhigen. „Aber selbst dann, kann ich Hannes nicht mehr rechtzeitig herholen!“, Florentine ist völlig aufgelöst und genau in diesem Moment kommt Susannas Mutter herein. „Flori, ich kann verstehen, wenn es dir nicht gut geht, aber heute ist Weihnachten und .. nun ja… Weihnachten ist das Fest der Familie. In wenigen Minuten werden unsere Verwandten ankommen und … äh… ich will dich ja nicht rauswerfen, aber wir haben nicht für so viele gekocht… Weißt du?“ Florentine versteht. Ohne ein Wort verlässt sie die Höhle von Susanna und ihrer Familie. Und für solche Freunde hatte sie Hannes beneidet? Der Kleine hatte echt keine Ahnung. Als sie die Tür zu der Familienkajüte öffnet merkt sie sofort, dass ihre Eltern wieder da sind. Es riecht nach Mutters Weihnachtsessen aus der Küche. Florentine ist so aufgeregt, dass sie die Tür nicht einmal zumacht. Sie schreit los: „Mama! Papa! Habt ihr meinen Brief bekommen? Habt ihr Hannes mitgebracht? Mama! Papa!!“ „Schatz, welcher Brief denn und wer ist Hannes? Bitte schließ die Tür. Es gibt gleich Essen.“ Florentine ist entsetzt. Es fühlt sich an, als wäre ihr das Herz rausgerissen worden. „Nein danke.. Ich habe bei Sanna schon gegessen und bin satt.“, sagt Florentine traurig. Sie ringt mit den Tränen, fühlt sich aber nicht in der Lage mit jemanden über ihre Situation zu sprechen. Deswegen schließt sie sich in ihr Zimmer ein, verflucht Weihnachten und weint aus Leibeskräften. Weihnachtszeit hatte doch so gut begonnen! Wieso kann es nie ein Happy End für sie haben?
Mit verquollenen Augen wird Florentine durch das Klopfen an ihrer Tür wach. „Liebes, komm raus. Ich weiß du magst Weihnachten nicht, aber lass uns doch wenigstens die Bescherung gemeinsam durchführen.“, ruft ihre Mutter. Florentine will davon am liebsten nichts wissen. Der Weihnachtsquatsch interessiert sie nicht mehr. Trotzdem öffnet sie die Tür und kommt aus dem Zimmer heraus. Ihre Mutter scheint nicht zu bemerken, wie verweint sie aussieht und Florentine ist das durchaus recht. Unter der Weihnachtsalge liegen Geschenke mit Namensschildern. Die Eltern und Florentine packen diese schweigend aus. Die Ausbeute für Florentine ist ziemlich groß: Eine neue CD von den Frischen Flossen, eine Muschelspange, eine Karte für das nächste Konzert ihrer Wahl und ein Haufen von Kaviareiern und anderen Leckerein. Ein Packet hat sie noch nicht ausgepackt. Es sieht aus, als wäre es nicht aus dem Weihnachtscamp. Schnell öffnet sie das Papier und zum Vorschein kommt ein Wasserstern. Auf einem Zettel steht Weihnachten ist das Fest der Liebe. Mackie
Florentine weiß, dass der Wasserstern die Blume der Verliebten ist. Sie ist auch schon lange in Mackie verliebt,jedoch hatte sie immer darauf gewartet, dass er den ersten Schritt macht. Nun ist das eingetreten, worauf sie so lange gewartet hat und doch kann sie sich irgendwie heute nicht richtig freuen. Florentine fängt schon an ihr Geschenkpapier zusammenzuknüllen und will es schnellstmöglich entsorgen, da sieht sie noch einen Brief, der die Handschrift der Mutter trägt. Sie macht ihn auf, obwohl es ihr ziemlich egal ist, was drin ist, denn schließlich hat sie alles bekommen, was sie sich hätte wünschen können, bis auf Hannes.
Meine Kleine,
der Grund, wieso wir heute so spät erschienen war, dass wir versucht haben dir einen Wunsch zu erfüllen.
Das war alles was in diesem Brief stand? Florentine schaut zu ihrer Mutter, die an der Tür steht, die zur Küche führt. Sie öffnet diese und Hannes sitzt hinter ihr in seinem Schwimmstuhl. Dieser hält einen Brief in der Hand und meint: „Suchst du etwa den zweiten Teil?“ Florentine rollen Tränen über die Wangen. Sie umarmt Hannes übermütig und reißt ihm den Brief aus der Hand. Diesmal ist es nicht die Schrift der Mutter, sondern die von Hannes:
Doch nicht nur dir wurde ein Wunsch erfüllt. Auch du hast meinen größten Wunsch erfüllt. Endlich habe ich eine wirkliche Freundin und ich darf sogar mit dir Weihnachten feiern. Ich hätte nie gedacht, dass mir so etwas Schönes widerfährt. Ich danke dir für alles. Du bist der beste Engel, den es in den ganzen Ozeanen gibt.
Florentine ist so gerührt, dass sie nichts auf den Brief antworten kann außer: „Und du bist mein Engel“.


Für DSA-Fans

Meine Heldenvorgeschichte

Große Brüder: Xamori (Schreiner)
Isanoklas (Schmied)
Kleiner Bruder: 7 / Zoanis
Große Schwester : Zonaa (Tänzerin), 24
Böse Große Schwester: Dioka (Prostituierte), 21
Kleine Schwester: Umbra, 10
Ganz kleines Brüderlein: Tauki, 4
Mutter, Diebin
Vater, Gaukler

12.VII.
Heute bin ich fertig geworden mit meiner Hebammenausbildung. Ich weiß noch, wie sich mein Wunsch vor drei Jahren festigte Hebamme zu werden. Damals faszinierte es mich das Wunder des Lebens erstmals miterleben zu dürfen. Heute, nach fast zwei Jahren der Ausbildung habe ich dieses schon oft miterlebt. Ich bin nun als Einzige in meiner Familie in der Lage das geschriebene Wort zu verstehen. Niemand mag verstehen, dass ich gerade hier sitze und in mein Tagebuch schreibe. Nur Umbra hat sich dafür interessiert und fragte, ob ich ihr nicht ebenfalls das Schreiben und Lesen beibringen könne. Ich werde es wohl versuchen, schließlich ist die Kleine ein schlauer Kopf. Natürlich nicht annährend so begabt wie ich, aber zumindest nicht so dumm wie die liebe Dioka. Ich kann nicht verstehen, wie so etwas Unfähiges aus unserer Familie entsprungen ist. Sie taugt zu absolut nichts. Nun versucht sie sich als Prostituierte! Meine liebe Mutter versuchte ihr beizubringen wie man mit Glücksspielen die Leute über den Tisch zieht, aber selbst dazu war sie zu dumm. Sie ist noch nicht mal in der Lage einem Betrunkenen sein Geld zu stehlen. Eine Schande für die Familie!

16.VII.
Dioka scheint in ihrem neuen Beruf förmlich aufzugehen. Endlich bringt sie Geld herein, welches wir auch dringend brauchen. Meine Ausbildung war für meine Eltern wohl zu teuer. Ich verstehe nicht, wieso sie es mir nicht gesagt haben! Mit meinem unglaublichen Charme hätte ich sicher jemanden gefunden, der mich aushält. Schließlich findet Dioka auch Männer und besser als sie sehe ich allemal aus. Ich habe schon überlegt, ob ich zu Xamori oder Isanoklas fahren soll um meinen Eltern das Geld zurückzugeben, welches sie für mich ausgegeben haben. Zonaa meinte jedoch, dies sei keine gute Idee. Ihre Karten hätten ihr gesagt, dass Schulden unserer Familie Probleme bringen würden und es wäre besser nicht noch mehr zu machen. Sie wolle das Unglück nicht reizen.

24.VII.
Das Geschäft meines Vaters läuft schlecht. Niemand will mehr sehen wie er Feuer schluckt. Wir müssen demnach wohl bald weiterziehen. Zonaa meint, dass es der richtige Zeitpunkt sei um aufzubrechen. Der Mond stehe im richtigen Winkel dafür. Ich halte jedoch nichts davon, denn Tauki ist sehr krank geworden. Ich kann ihn nicht so schnell heilen. Er braucht jetzt viel Ruhe. Es muss sich irgendwie eine andere Möglichkeit finden lassen das Geld aufzutreiben, welches wir zum Leben brauchen. Ich könnte in der Stadt mein erlerntes Wissen weitervermitteln…

25.VII.
Ich war heute in der Stadt. Niemand will, dass ich ihnen etwas Lehre. Sie meinen so etwas wie ich, könne ihnen nichts beibringen und ich wolle sowieso nur ihr Geld stehlen. Das war nicht meine Intention, obwohl ich jetzt ernsthaft denke, dass ich sie bestehlen werde. Schließlich lehnt niemand ungestraft meine Dienste ab. Ich werde mir Zoanis mitnehmen. Der Junge ist der geborene Taschendieb.

26.VII.
Ich war nun tatsächlich in der Stadt. Jedoch alleine. Zoanis hatte meinen Vater schon versprochen ihn auf einen Beutezug zu begleiten. Mein Erfolg war trotzdem groß. Ich ging direkt in die Taverne und sah doch tatsächlich einen Herren, der meine Dienste für sein Kind abgelehnt hatte. Ich lud ihn zu einem Bier ein und trank ihn förmlich unter den Tisch. Als er seinen Kopf auf den Tresen gelegt hatte, schnappte ich mir seinen Geldbeutel und verschwand. Wie reich meine Beute war, entdeckte ich erst im Lager der Zahoris. Ich kann mich nicht beklagen, wahrscheinlich war ich sogar noch erfolgreicher als mein Vater und Zoanis.

2.VIII.
Ich war heute wieder in der Taverne und hoffte auf ein solches Glück wie letztes Mal. Leider hatte ich Pech. Der Herr war wieder da. Er war schon reichlich betrunken und sann nach Rache. Ich bin nun wahrlich keine Kämpfernatur und war auch mit nichts weiter als einem Dolch bewaffnet. Alles in allem: Ich befand mich wahrlich in einer misslichen Lage, da der Herr schon mit einem Stuhl in der Hand auf mich zurannte. Da sprang ein junger Mann zwischen ihn und mich. Er war unglaublich stark und entriss dem anderen den Stuhl und schlug ihn nieder. Dann nahm er mich an die Hand und verließ mit mir die Taverne. Ich versuchte mich loszureißen, schließlich konnte ich alleine laufen und wusste nicht, was dieser merkwürdige Mensch von mir wollte. Sein Griff jedoch war viel zu fest, als dass ich eine Chance gehabt hätte ihm zu entkommen. Er schleppte mich in den nahe gelegenen Wald und fragte mich, wer ich überhaupt sei und was dieser Mann von mir wollte. Ich war nicht willig ihm zu antworten und tat dieses auch nicht. Ich fragte ihn hingegen, wer mein edler Retter sei. Er meinte, er sei ein Zahori und erst seit kurzem in der Stadt. Das verwunderte mich sehr. Er hatte kein dunkles Haar und keine dunklen Augen, wie es bei uns Zahoris üblich ist. Ich fragte ihn, wieso er nicht bei seiner Gruppe sei, woraufhin er antwortete, dass er aufgrund seines Aussehens immer als Verstoßener gehandelt wurde. Ich glaubte ihm kein Wort. Er solle ein Zahori sein – Das ich nicht lache! Ich tat das einzig vernünftige: Ich drehte mich um und lief davon. Nun sitze ich hier, nachdem ich Umbra ihre allabendliche Schriftlehrenstunde gegeben habe und denke an diesen seltsamen Mann. Vielleicht sollte ich ihm danken..

10.VIII.
Ich glaube, ich bin verliebt. Ich denke immer noch an diesen seltsamen Zahori. Ich habe mich Zonaa anvertraut und gefragt, was ich machen solle. Sie meinte, dass die ganze Familie derzeit nicht unter einem guten Stern stehe und dass eine Liebe wohl wenige Chancen hätte. Außerdem sagte sie schlimmes für Tauki voraus. Seine Gesundheit ist wahrlich beängstigend. Wir werden wohl noch den Herbst hier verbringen müssen, wenn es nicht bald besser wird. Zonaa kümmert sich Tag und Nacht um ihn. Selbst wenn sie vor Publikum tanzt, ist er dabei. Alle arbeiten sehr hart, außer Dioka und ich. Dabei habe doch ich meine Familie ins Unglück gestürzt…

12.VIII.
Gegen Zoonas Rat war ich heute doch im Wald. Ich wollte nur sehen, ob der junge Mann noch dort ist und er war es tatsächlich. Er freute sich, mich zu sehen und fragte sogleich, ob ich den Schock aus der Taverne gut überstanden habe. Ich antwortete, dass es mir bestens ginge und fragte ihn, ob er wisse, wie ich schnell an Geld herankommen könne. Ich erzählte ihm die Probleme meiner Familie und dass es Tauki von Tag zu Tag schlechter ging. Ihm tat es anscheinend sehr leid und er gab mir sein ganzes Geld. Auf die Frage hin, wie er denn ohne Geld leben wolle, meinte er, dass er nur sich zu versorgen hätte und dieses durch einige Diebstähle leicht machbar wäre. Ich dankte ihm und verließ ihn mit der Begründung, dass ich für meine Familie kochen müsste. Zwar war das eine Lüge, aber ich konnte diesen Moment der Peinlichkeit keinen Augenblick länger ertragen und wollte schließlich meine Würde wahren. Ich werde ihn morgen noch einmal besuchen und fragen, wie er heißt.

13.VIII.
Eleandro. Welch seltsamer Name. Ich kann immer noch nicht glauben, dass er ein Zahori sein soll. Ich werde bald meiner Familie den edlen Spender vorstellen. Zumindest habe ich mir das vorgenommen. Heute habe ich mit seiner Hilfe Geld verdient. Er treibt sich viel in der Stadt herum und kennt so manche Menschen. Einer armen Handwerksfrau sollte ich bei der Geburt helfen. Sie konnten mir zwar nicht viel geben, waren mir jedoch zutiefst dankbar, so dass sie mir ein paar Silbermünzen und ein Brot schenkten. Eleandro meinte außerdem, dass er Kontakte zu einem reichen Händler hätte, der wohl im Geldverleih tätig sei.

24.VIII.
Der reiche Händler hat meine Eltern eingeladen! Welch ein Glück! Ich liebe Eleandro! Er rettet meine Familie! Alles scheint gut zu werden, auch wenn Zonaa immer noch das Schlimmste vorhersieht. Außerdem habe ich ein Kraut gefunden, welches das Fieber des kleinen Taukis senkt! Oh wie schön ist alles!


30.VIII.
Meine Eltern waren beim Händler. Er war wohl doch unfreundlicher, als man zuerst annahm. Eleandro hat jedoch ein gutes Wort für uns eingelegt. Meine Eltern sollen bis zum Winteranfang das Geld zurückzahlen. Die Zinsen sind sehr hoch, aber wenn ich nun regelmäßig in der Stadt bei Geburten helfe, werden wir es schon schaffen. Umbra muss nun auch mithelfen. Sie soll einem Rattenfänger zur Hand gehen und bekommt ein paar Heller die Woche. Zoanis, der kleine Meisterdieb, wird sich weiterhin in der Stadt herumtreiben und mein Vater fährt zu meinen Brüdern um anzufragen, ob sie etwas Geld übrig haben. Ich sehe optimistisch in die Zukunft.

22.IX.
Ich bin verlobt! Eleandro hat mich gefragt und natürlich habe ich ja gesagt! Jetzt, wo wir Geld haben steht einer Hochzeit auch nichts im Wege. Nur Diokas Blicke stören mich. Ich sehe, dass er ihr gefällt, doch sollte sie nur auf die Idee kommen ihn anzufassen, werde ich sie umbringen. Er gehört mir. Doch nicht nur sie stellt sich unserm Glück in den Weg. Zonaa meint, dass über unserer Verlobung der Duft des Todes schwebe. Ich weiß nicht, was sie damit meint, schließlich erholt sich Tauki hervorragend. In wenigen Tagen hat der Kleine Geburtstag. Eleandro hat ihm ein Pferd geschnitzt. Er wird sich sicher unheimlich freuen. Ich selber habe nur ein paar getrocknete Früchte für ihn, doch etwas Süßes zu essen, wird ihm sicher auch gefallen.
Vater ist noch immer nicht zurück. Langsam bin ich beunruhigt, doch Zonaa meint, es bestünde kein Grund zur Sorge, sie würde es merken, wenn ihm etwas zugestoßen wäre.

25.IX.
Tauki hatte heute Geburtstag. Es war ein schöner, warmer Herbsttag, sodass er sich lange unter freien Himmel aufhalten konnte. Der kleine tut mir sehr Leid. Er hätte sicher gerne mit den andern Kindern gespielt, aber das geht noch nicht. Ich werde seine Bettruhe erst aufheben, wenn ich sicher sein kann, dass er keinen weiteren Fieberschub erleidet. Eleandro hat sich heute rührend um den Kleinen gekümmert. Die Zwei haben zusammen mit dem Holzpferd gespielt. Am Abend hat sich dann meine Mutter für alles, was Eleandro für uns getan hat bedankt und uns ihren Segen für die Hochzeit ausgesprochen. Was soll nun noch schief gehen?

26.IX.
Vater ist zurückgekommen! Er sah furchtbar aus! An den Armen und der Hüfte hatte er tiefe Schnittwunden, dazu einige Blutergüsse und Beulen am Kopf. Er sah mächtig mitgenommen aus und hat sich mit letzter Kraft in unser Lager geschleppt. Er scheint sehr viel Blut verloren zu haben. Bis eben habe ich versucht seine Schnittwunden zu desinfizieren und ihn etwas Suppe einzuflößen. Er ist sehr schwach, aber ich bin mir sicher, dass er es überleben wird. Nur kann ich wahrscheinlich wenig daran ändern, dass hässliche Narben zurückbleiben. Zonaa meint, dass Vater sicher sterben wird. Sie meint, sie sieht ganz deutlich vor sich, dass aufgrund meiner Verlobung ein männliches Familienmitglied stirbt. Von dieser Prophezeiung können derzeit nur zwei betroffen sein: Tauki und Vater, jedoch bin ich mir absolut sicher, dass keine Lebensgefahr bei beiden besteht. Zonaa meint, dass es ja auch noch mehr männliche Familienmitglieder gäbe und wer wüsste schon, ob unser Vater überhaupt Xamori oder Isanoklas angetroffen habe.

1.X.
Das Wetter wird immer schlechter und die Nächte immer kälter. Eleandro hat Vaters Aufgaben übernommen, da dieser noch nicht vollständig gesund ist. Ihm geht es aber schon wieder wesentlich besser, da seine Schnittwunden gut verheilen. Er hat uns auch endlich erzählt, was vorgefallen ist. Hingegen Zonaas Annahme sind Xamori und Isanoklas wohl auf. Ihre Geschäfte laufen auch gut und sie gaben ihrem Vater auch viel Geld mit um ihre Familie zu unterstützen. Dann jedoch sei das Unglück geschehen, welches unseren Vater auch so entstellte: Er wurde von Straßenräubern überfallen. Vater – mutig wie wir Zahoris sind – stellte sich gegen die bewaffneten Diebe. Doch er hatte, trotz all seiner Kraft und seines Geschicks keine Chance. Die Räuber waren einfach in der Überzahl. Mit letzter Kraft und ohne Geld und Nahrung habe er sich dann bis zu uns durchgekämpft.
Mich macht dieser Überfall wahnsinnig wütend. Diese Hunde haben uns alles geklaut, was wir so dringend benötigen. Wie sollen wir dem Händler nur sein Geld zurückzahlen? Und außerdem: Was fallt diesem Pack eigentlich ein meinen Vater so zu verstümmeln? Wenn ich diese Lumpen in die Finger bekomme, werde ich kurzen Prozess mit ihnen machen!

5.X.
Vater ist wieder wohl auf und meine Hochzeit rückt näher. Vater meinte, dass wir meinen Brüdern von meiner baldigen Vermählung nicht mehr Bescheid geben könnten, da derzeit jeder ein wichtiger Geldbringer für die Familie sei. Es macht mir zwar traurig, dass zu meiner Hochzeit nicht alle aus meiner Familie anwesend sein können, aber ich verstehe, dass die Zeit sehr hart für uns ist.
Ich werde die erste Frau aus unser Familie sein die heiratet! Das macht mich sehr stolz! Nun.. Die Hübscheste von uns bin ich zwar – keine Frage – doch sollte man meinen, dass Zonaa, insbesondere durch ihre wundervollen Tänze auch jemanden hätte finden müssen. Wahrscheinlich ist das bis jetzt auch nur daran gescheitert, dass die Männer sie immer in Begleitung von Tauki sehen. Der Kleine war schon immer etwas kränklich und meine Mutter konnte ihn meist nicht mitnehmen. So hat sich Zonaa immer um ihn gekümmert. Die Männer dachten sicher, dass wer sich so rührend um jemanden kümmert die Mutter sein muss und trauten sich so nicht Zonaa anzusprechen. Und was lässt sich zu meiner anderen Schwester sagen? Dioka heiratet sicher niemand. Sie ist wahrlich zu hässlich und kein Mann mit Geschmack würde sie jemals ansehen.

6.X.
Dioka scheint immer noch hinter meinem Zukünftigen her zu sein? Wie unglaublich dumm ist sie nur? Als würde er sich mit einer hässlichen Prostituierten einlassen! Sie stiert ihm nach und sucht seine Nähe. Ich merke so etwas sofort. Doch sollte sie sich nur einmal wagen ihn anzufassen, hat ihr letztes Stündlein geschlagen. Dann wird Zonaas Prophezeiung zumindest zum Teil stimmen und es wird einen Toten aus der Familie geben!

23.X.
Ich glaube es nicht! Ich war eben im Wald und habe Dioka und Eleandro belauscht. Eleandro sagte, dass er, wenn er sich nicht mit mir verlobt hätte, auch jederzeit Dioka nehmen würde, da er sie mindestens genauso verführerisch fände, wie mich. Wie kann er nur so geschmacklos sein? Ich sehe ohne Frage wesentlich besser aus! Zu alle dem bin ich noch viel intelligenter und muss mich nicht anderen Männern hingeben um dafür dann einen kümmerlichen Lohn zu erhalten! Das Schlimmste an der ganzen Situation war, dass Eleandro – mein geliebter Eleandro – die dreckigen Lippen meiner Schwester berührte. Diesen Anblick will ich zu meiner Lebtage nicht mehr sehen. Und das werde ich auch nicht mehr, denn ich werde mich fürchterlich rächen..

28.X.
Ich habe einen Plan. Zuerst werde ich mich an meinem verhassten Verlobten rächen. Ich habe von einem geschmacklosen Kraut erfahren. Dieses werde ich zu seiner Mahlzeit hinzugeben. Er wird es überhaupt nicht merken. Das schöne an diesem Kraut ist, dass nicht sofort wirkt. Wenn ich es ihm also abends zum Essen mische, wird er erst gegen Mittag des nächsten Tages furchtbare Bauchkrämpfe bekommen, die sich bis zur Nacht steigern werden. Am frühen Morgen wird er dann unter Herzrasen das letzte Mal die Sonne aufgehen sehen. Dann werden sich seine Augen für immer schließen…

2.XI.
Heute Abend habe ich meinem Verlobten das Gift verabreicht. Für ihn beginnt nun bald ein langer schmerzlicher Leidensweg, den er sich so sehr verdient hat. Mir stellt sich nur die Frage, wie ich mich an meiner Schwester rächen soll. Wobei .. Ist es nicht schlimm, wenn sein Geliebter so plötzlich verstirbt? Dies sollte vorerst als Strafe genügen.

4.XI.
Die letzten Minuten von Eleandro sind angebrochen. Ich habe ihm gesagt, dass ich von der Affäre mit Dioka wusste und dass er nun seine gerechte Strafe erhielte. Er sagte darauf nur, dass ich sehr boshaft sei und dass es besser gewesen wäre, wenn er mich niemals in der Taverne gerettet hätte.
Ich spüre, wie es mit Eleandro zu Ende geht. Leise flüstere ich ihm die Worte: „Ich habe dich geliebt“ ins Ohr und verlasse ihn. Er hat nicht das Recht in Gesellschaft von mir zu sterben. Schließlich hat er mich betrogen und dies werde ich ihm nie verzeihen. Nun muss er die letzten Momente in Einsamkeit verbringen.
Ab jetzt werde ich die perfekte trauernde Witwe spielen. Als erstes werde ich mir Wasser in die Augen spritzen, damit man meinen Schmerz sieht.



5.XI.
Gestern war ein furchtbarer Trauertag. Die ganze Familie war über Eleandros plötzlichen Tod zutiefst erschüttert. Insbesondere Dioka, die auffällig viel weinte und mir damit fast wieder die Freude am Leben wiedergab. Zonaa war furchtbar aufgelöst und meinte ihre Prophezeiung hätte sich bewahrheitet und sie würde noch mehr Unglück für unsere Familie vorhersehen. Tauki hatte wieder sehr hohes Fieber bekommen und ließ sich von niemand beruhigen. Selbst in Zonaas Armen schrie er unerbittlich weiter. Ich habe mich zurückgezogen. Meine Familie scheint zu meinen ich würde Zeit zum Trauern brauchen, aber dem ist nicht so. Innerlich fühle ich mich befreit und zutiefst im Recht.

23.XI.
Die Zeit ist so schnell vergangen und unsere Schulden beim Händler sind immer noch nicht getilgt. Seit dem Tod Eleandros hat auch niemand mehr Kontakt zu diesem. Die Zeit wird langsam knapp, doch ich weiß keine Möglichkeit, wie wir noch schnell an Geld herankommen können. Vielleicht sollte ich mich mit meinen Charme einfach mal auf dem Weg zu ihm machen und freundlich nach Aufschub für meine Familie fragen?


25.XI.
Oh nein! Ich habe alles noch viel schlimmer gemacht! Ich war beim Händler und habe ihn gebeten uns etwas Aufschub zu gewähren. Dieser ist daraufhin sehr wütend geworden und fragte, wo Eleandro sei. Als ich ihm berichtete, dass er verstorben sei, meinte er nur noch, dass es klar war, dass man uns Zahoris nicht trauen könnte und dass er nicht wisse, wieso er uns überhaupt das ganze Geld geliehen habe, schließlich sei es doch nicht verwunderlich, dass wir dieses niemals zurückzahlen könnten. Ich zog es vor zu gehen, doch bevor ich überhaupt noch die Tür erreichen konnte, schrie er mir zu, dass er in zwei Tagen zu uns kommen würde und das Geld sehen wolle. Wie soll ich das nur meiner Familie erklären?

26.XI.
Unsere Eltern haben sehr ruhig reagiert. Sie meinten, dass sie jeden Tag mit seiner Ankunft gerechnet hätten. Sie hatten sich auch schon einen Plan ausgedacht. Sie wollten den kleinen kranken Tauki erstmal in Sicherheit bringen. Dafür hatten sie Zonaa erwählt, die schon aus ihren Karten erfahren hatte, dass heute der große Tag des Aufbruches war. Sie packte ihr Hab und Gut, Essen und etwas Geld in ein Wäglein. In dieses legte sie auch noch den kleinen Tauki. Da sie schon gegen Mittag aufbrechen wollte, verabschiedete sie sich von all ihren Geschwistern – außer Zoanis, der gerade auf dem Jahrmarkt mit ein paar Tricks den Stadtbewohnern das Geld aus den Taschen zog – und machte sich auf den Weg. Mir wünschte sie alles Gute und riet der Familie zum Aufbruch, da der Händler nicht zu beschwichtigen sei.
Vater teilte uns dann den weiteren Plan mit: Wir Kinder würden uns morgen bei unserm Lager verstecken. Falls der Händler alleine käme, wollten unsere Eltern um Aufschub bitten. Sollte ihnen dieser nicht gewährt werden, sei es unsere Aufgabe den Händler aus dem Hinterhalt anzugreifen und ihn bestenfalls zu töten. Danach würden wir, so schnell wie möglich, mit dem Fluchtwagen, den wir heut Abend vorbereiten würden, fliehen. Sollte der Händler jedoch von mehreren Personen begleitet werden, müssten wir Kinder schnellstmöglich fliehen und die Eltern zurücklassen. Ich hoffe so, dass dieser Fall nicht eintritt. Dafür bete ich zu Phex.

27.XI.
Alles ist vorbei. Meine Eltern sind weg. Der Händler und seine Leute haben sie mitgenommen. Sie haben uns gar nicht weiter beachtet. Wir werden jetzt wie abgesprochen zu unseren Brüdern gehen. Ich weiß nicht weiter. Es scheint mir, als wäre das wichtigste in meinem Leben verloren gegangen. Meine ganze Familie ist zerrissen. Zonaa hatte Recht.




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